ROBOT MANIAC
(DEATH WARMED UP, Neuseeland, 1984, Regie: David Blyth)
Dr. Howell ist von der Idee besessen, den Tod zu besiegen. Dafür experimentiert er seit Jahren mit Ratten. Als sich ein Erfolg abzeichnet, benutzt er für seine Versuche Menschen. Als er Michael, den Sohn seines Geldgebers, der seine Versuche nicht mehr billigen möchte, zu einem willenlosen Zombie macht, bringt der seine Eltern um, woraufhin er für einige Jahre in die Psychatrie kommt. Sieben Jahre später möchte er herausfinden, was damals passiert ist und reist mit seinen Freunden auf eine Insel, auf der Dr. Howell fleißig Menschen im Gehirn herumwühlt, um sie zu willenlosen Zombies zu machen.
Der Neuseeländer David Blyth hat mit ROBOT MANIAC einen groben Mix aus Mad Scientist, Action-, Sci-Fi- und Horrorfilm gezimmert, der gut in einer Liste mit Filmen wie DEADBEAT AT DAWN (1988), THE DEAD NEXT DOOR (1989) oder M.A.R.K. 13 – HARDWARE (1990) passen würde.
Obwohl Blyth mit seiner Story und den überzeichneten Figuren kaum für Ernsthaftigkeit sorgt, schafft er doch eine äußerst beklemmende Atmosphäre aufzubauen, die er kontinuierlich bis zum Ende aufrechterhält. Die düsteren, dreckigen Sets wie Bunkeranlagen oder die Operationsräume werden immer wieder mit farbigem Licht durchzogen, was der Inszenierung einen eigenen Charakter verleiht. Wahnsinn und Brutalität steht an vorderster Fort von ROBOT MANIAC. Blyth liefert einige sehr blutige Einschüsse und serviert eine Gehirn-OP, die in der Liste von Gehirn-Ops in Filmen ganz weit oben angesiedelt werden muss. Und was dabei herumkommt, wenn man Leuten im Gehirn herumwühlt, bekommt man auch zu sehen. Die zombieartigen Wahnsinnigen, die hier aufgeführt werden, haben durchaus einen eigenen Charme mit dem sie auch im italienischen Endzeit-Kino jener Tage einen Platz gefunden hätten.
Die blutigen Effekte, die punkige Ausstattung, die beklemmenden Schauplätze, die leichten homosexuellen Nuancen, die Dr. Howell mitbringt, der gewalttätige Umgang unter den schrägen Figuren und die durchaus gelungene Fotografie sorgen für viel Abwechslung, die ROBOT MANIAC nie langweilig macht. Abstriche muss man bei den Darstellern machen, die aber durch alles andere gut kaschiert werden.
ROBOT MANIAC ist wahrlich kein Meisterstück, aber ein kurzweiliges, actionreiches Splatterfest.
(Bjoern Candidus)
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