DEATH MACHINE
(GB, 1994, Regie: Stephen Norrington)
Der in der Kritik stehende Rüstungshersteller Chaank Industries hat ein neues Geheimprojekt am Start: Codename Warbeast. Dies beinhaltet einen Kampfroboter, der alles zerfetzt, was sich ihm in den Weg stellt und jegliche ethischen Gesetze verletzt. Hayden Cale, die neue Managerin von Chaank Industries, möchte das Projekt einstellen und Jack Dante, den Erfinder der Death Machine feuern. Aber auch ein Trupp Terroristen hat etwas gegen den Rüstungshersteller und steigt in das Gebäude an, in dem gerade die Death Machine aktiviert wurde.
DEATH MACHINE ist einer dieser Filme, die mich seit Jugend an begleiten. Auf Stephen Norringtons Regiearbeit wurde ich Aufmerksam durch das Filmmagazin Moviestar, was mich dazu veranlasste, meine Mutter mal wieder in die Videothek zu schicken, denn schließlich war ich noch keine 18. Die Mischung aus TERMINATOR (1984), ALIENS – DIE RÜCKKEHR (1986) und M.A.R.K. 13 – HARDWARE (1990) sprach mich sofort an.
DEATH MACHINE besticht durch stylische Sets, die sich in einem kalten, futuristischen 90er-Jahre-Anstrich präsentieren. Äußerlich erinnert der Firmensitz der Chaank Industries an die Architektur aus BLADE RUNNER (1982). Minimalistische Büroräume mit spärlichem Licht durchzogen, weichen in der zweiten Hälfte vielen Gängen und Lagerhallen, durch die die Death Machine ihre potentiellen Opfer hetzt. Der todbringende Roboter sieht sehr martialisch aus und erinnert durch seinen langgezogenen Kopf und dem Gebiss stark an den Xenomorph aus ALIEN (1979). Doch hier ist nichts organisch. Eine kalte Maschine, programmiert zum töten von allem, was sich bewegt, steht auf dem Plan, und die sorgt für Action, Gewalt und Blut. Hier zeigt Norrington, wo er herkommt, schließlich war er für die Creature-Effects von ALIENS – DIE RÜCKKEHR und ALIEN 3 (1992) mit verantwortlich.
Das Hauptproblem des Films sind die Figuren, die teilweise nach bekannten Regisseuren benannt wurden. Durch ihren aufgesetzten Coolnessfaktor nerven sie schnell und erinnern an den Trupp aus ALIENS – DIE RÜCKKEHR. Zum Ausgleich gibt es Brad Dourif, der als Erfinder der Death Machine Jenseits von Gut und Böse ist. Sein Overacting macht wenigstens Spaß, und wer „Masters of the Universe“- und „ThunderCats“-Figuren in seinem Büro stehen hat, kann so schlecht auch nicht sein.
Leider geht DEATH MACHINE ab der zweiten Hälfte etwas die Luft aus, obwohl Norrington das Tempo hochhält. Aber gerade das ist das Problem, denn irgendwann nerven nicht nur die Figuren, sondern auch alles andere. Zudem verliert die Inszenierung schnell an Spannung und verirrt sich in Wiederholungen. Mit 122 Minuten ist Norringtons erster Director‘s Cut viel zu lang, was er jüngst für eine weitere Fassung änderte und über 15 Minuten entfernte.
DEATH MACHINE sieht super aus, hat einen stylischen Killer-Roboter zu bieten und liefert viel Action. Leider steht dem eine große Auswahl nerviger Figuren und Spannungsarmut gegenüber. Seine Inhaltsleere sei ihm hingegen verziehen.
(Bjoern Candidus)
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