5 DOLLS FOR AN AUGUST MOON
(5 BAMBOLE PER LA LUNA D’AGOSTO, Italien, 1970, Regie: Mario Bava)
Sechs gutbetuchte Aasgeier verbringen gemeinsam mit einem Professor, der eine äußerst lukrative Formel besitzt, ein Wochenende in einem Haus am Meer. Jeder der Anwesenden möchte an die Formel kommen und bietet dem Professor Geld. Wer bietet mehr, wer ist schneller? Doch die Angelegenheit wird ein Wettlauf mit dem Tod, denn ein Killer dezimiert die Damen und Herren der Reihe nach.
Nach Mario Bavas stilprägenden Giallo BLUTIGE SEIDE (1964) ist 5 DOLLS FOR AN AUGUST MOON sein zweiter Ausflug in die Welt der Killer, und es ist durchaus interessant, dass er hier auf den typischen Killer mit Hut, Mantel und Handschuhen verzichtet. Ebenfalls verzichtet er auf die Darstellung der Morde und präsentiert lediglich die Ergebnisse, die dezent blutig sind. In Sachen Gewalt sind die Schauwerte extrem rar gesät. Der Ausgleich kommt durch die Schönheit der Schauplätze. Die stylische Villa, die direkt auf den Klippen am Meer errichtet wurde, ist ein echter Hingucker, gleichsam der Garten, der in den Day-for-Night-Shots oft traumartig erscheint. Ganz exquisite ist die Ausstattung der Villa. Gemälde, Skulpturen, Designermöbel sämtlicher Epochen usw. ziehen die Blicke auf sich. Zudem baut Bava auch hier wieder eine zauberhafte Atmosphäre auf, in dem er mit Licht spielt und so die Darsteller und Sets auf ganz besondere Art zum Leben erweckt. Nimmt man den sehr guten und abwechslungsreichen Score von Piero Umiliani noch hinzu, hat 5 DOLLS FOR AN AUGUST MOON schon einiges auf der Haben-Seite.
Leider gibt es aber auch Schattenseiten der Inszenierung. Es mangelt eindeutig an Spannung, und leider bleiben die Darsteller, trotz Namen wie Edwige Fenech, Maurice Poli, William Berger und Howard Ross, relativ blass oder sind aufgrund ihrer unsympathischen Figuren, die sie verkörpern, ausladend. Aber immerhin sterben sie konsequent der Reihe nach.
5 DOLLS FOR AN AUGUST MOON gehört für mich zu den etwas schwächeren Werken Bavas. Aber trotz mangelnder Spannung und dem Verzicht auf kreative Tötungen hat man es mit einem visuellen Leckerbissen zu tun.
(Bjoern Candidus)
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