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Terror Express, 1980 – ★★½

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

HORRORSEX IM NACHTEXPRESS
(LA RAGAZZA DEL VAGONE LETTO, Italien, 1980, Regie: Ferdinando Baldi)

Drei skrupellose Typen steigen in einen Nachtzug, der Richtung Deutschland unterwegs ist. In diesem sorgen sie unter den ohnehin schon problembehafteten Fahrgästen für Angst und Schrecken.   

Ferdinando Baldi liefert mit HORRORSEX IM NACHTEXPRESS einen ganzen Zug voller Problemfiguren. Ein Polizist, der einen Mann nach Deutschland ausweist, ein altes Ehepaar mit todkranker Ehefrau, ein Mann, der seine Ehefrau betrügt und ein Mann, dessen Ehefrau vergewaltigt wird, fahren hier durch die Nacht, die sich für sie zu einem Alptraum aus (unfreiwilligem) Sex und Gewalt entwickelt. 

Während einem in den ersten Minuten noch der schöne Score von Marcello Giombini etwas Friedliches verspricht, wird der Eindruck schnell getrübt, wenn die drei Widerlinge David, Elio und Nico aufmarschieren und schon am Bahnhof die erst Frau angraben. Die Drei werden von Werner Pochath, Carlo De Mejo und Fausto Lombardi dargestellt, die erfolgreich nicht eine Sekunden nett sein können. Was die Auswahl unangenehmer Figuren angeht, kann man sich bei HORRORSEX IM NACHTEXPRESS nicht sattsehen. Die Meisten sind schmierig, verkommen, verlogen oder sind mit Problemen behaftet, und Baldi lässt es einem minütlich wissen. Als Kontrast zu den Drei Strolchen kommt mit Silvia Dionisio und Zora Kerova wenigstens ein bisschen Glanz in die Inszenierung. 

HORRORSEX IM NACHTEXPRESS hat den Charme eines Aschenbechers und setzt statt auf eine spannende Geschichte lieber auf Scheußlichkeiten. Nicht eine Figur soll Trost oder Hoffnung spenden oder einem das Gefühl geben, sich in Baldis Film wohl zu fühlen. Selbst George Eastman, der sich für das Drehbuch verantwortlich zeigte, möchte heute nichts mehr mit dem Film zu tun haben.

HORRORSEX IM NACHTEXPRESS
bietet Sex, Gewalt und ganz viel miese Laune. Baldis Film ist ein schmieriges, unverblümtes Zeitzeugnis europäischen Exploitationkino. Wer es ähnlich, aber sehr viel besser haben möchte, dem sei Aldo Lados NIGHT TRAIN – DER LETZTE ZUG IN DIE NACHT (1975) empfohlen, der eine sehr viel stärkere Antwort auf Wes Cravens LAST HOUSE ON THE LEFT (1972) darstellt. 

(Bjoern Candidus)

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