Zum Inhalt springen
  • Episoden
  • Rezensionen
  • Über uns
  • Wo Ihr uns findet
  • Kontakt

Altered States, 1980 – ★★★★½

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

DER HÖLLENTRIP
(ALTERED STATES, USA, 1980, Regie: Ken Russell)

Eddie Jessup und sein Partner experimentieren mit einer halluzinogenen Substanz aus mexikanischen Pilzen. Diese führt dazu, dass Eddie, der in einem Isolationstank liegt, mit unglaublichen Bildern konfrontiert wird, die ihn immer mehr vereinnahmen. Doch es bleibt nicht bei Halluzinationen, sondern Eddies Körper scheint sich nach jedem Trip immer mehr zu verändern.  

Während das Horrorkino Anfang der 80er-Jahre vor allem auf dem höchst erfolgreichen Slasher-Pfad wandelte, blieb Ken Russell mit DER HÖLLENTRIP in düsteren, sehr viel ernsteren 70er-Jahre-Gefilden und trifft eher den Ton eines David Cronenbergs und hat mich ebenso an PHASE IV (1974) von Saul Bass erinnert.

Russells Adaption von Paddy Chayefsky Roman und Drehbuch ist ein höchst interessanter Film über den experimentellen Einsatz halluzinogener Pilze, die den Konsumenten zurück in seine frühere Daseinsform blicken lassen sollen. Doch bei William Hurt als Eddie Jessup geht der Trip über das Sehen hinaus und wird zu einer körperlichen Angelegenheit, die DER HÖLLENTRIP zu einem Body-Horrorfilm erster Güte macht.

Hier darf man sich von Russells Geschick überzeugen, bildgewaltige, surreale Visionen festzuhalten, die seine Figuren erleben. Wenn William Hurt als Eddie in seinem Isolationstank liegt und Visionen hat von Jesus am Kreuz, der den Kopf eines Ziegenbocks trägt, weiß man schnell, in welchem Kino man sich befindet. Immer wieder schleudert einem Russell videoclipartige Bilder entgegen, deren provokative Inhalte wie kleine Nadelstiche daherkommen. Das ist nicht nur effektiv, sondern tricktechnisch auch hervorragend gemacht. Untermalt wird das Ganze von einem erstklassigen Score von John Corigliano, der mit den Bildern eine wundersame Einheit bildet.

Die Mischung aus Wissenschafts- und Body-Horror wird zusätzlich mit einem Beziehungsdrama ergänzt, was nie aufgesetzt oder störend wirkt. Alle Figuren sind überzeugend geschrieben, besetzt und sorgen dafür, dass sich DER HÖLLENTRIP vom Gros jener Horrortage absetzt. Russell bietet seinen Figuren, Eddies Partner Mason Parrish (Charles Haid) und Arthur Rosenberg (Bob Balaban) und seiner Frau Emily (Blair Brown), genug Raum, um sich neben den explosionsartigen Bildern zu entfalten. Russell nimmt das Thema ernst, verzichtet auf jeglichen Humor (den der gute Mann durchaus konnte) und nimmt keine Rücksicht auf das Publikum. 

DER HÖLLENTRIP ist ein bildgewaltiger, beklemmender Horrorfilm voller Symboliken, verzerrter Körper und der Suche nach der Vergangenheit, die sich auf faszinierende Art Zugang in die Gegenwart verschafft. 

(Bjoern Candidus)

←The Vampire Is Alive, 1989 – ★★
Geschichten aus der Gruft: Mollys Masken (1994)→

Kommentare

Schreibe einen Kommentar Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Weitere Beiträge

  • River’s Edge, 1986 – ★★★★

    7. September 2026
  • White Star, 1983 – ★★★★½

    5. September 2026
  • Fortsetzungen

    3. September 2026
  • The Angry Red Planet, 1959 – ★★★

    3. September 2026

Impressum · Datenschutzerklärung · © 2026 Antenne Traumstadt