PULSSCHLAG DES TODES
(5 DONNE PER L‘ASSASSINO, Italien, Frankreich, 1974, Regie: Stelvio Massi)
Der Schriftsteller Giorgio Pisani ist geschockt, denn während der Entbindung stirbt seine Frau. Sein Sohn kann hingegen gerettet werden. Doch als er erfährt, dass er angeblich zeugungsunfähig ist, stellt sich ihm die Frage, wer dann der Vater seines Sohnes ist. Dann setzt in seinem Umfeld eine Reihe von grausamen Morden an schwangeren Frauen ein.
Es passiert nicht häufig, dass mich ein Giallo geradezu herunterzieht. Stelvio Massi hat das mit PULSSCHLAG DES TODES geschafft. Nicht, dass der Film inhaltlich schwer wäre und depressive Gemütszustände in mir hervorgerufen hätte, nein, hier gibt es andere Probleme. Es liegt vielmehr an den höchst unsympathischen Figuren, die allesamt genauso nervös und unruhig wirken wie die Handkamera, die das langweilige Geschehen in wackeligen Bildern eingefangen hat. Francis Matthews wirkt als Giorgio Pisani lustlos und unsympathisch, während Howard Ross als Kommissar herumschnüffeln darf und auch nicht wesentlich mehr Feuer mit die Inszenierung bringt. Die weibliche Seite wird durch Pascale Rivault, Katia Christine und Maria Cumani Quasimodo vertreten.
Die Inszenierung wirkt muffig, fade, sprunghaft und hat keinerlei nennenswerte Schauwerte. Die ständigen Unterhaltungen zwischen den langweiligen Figuren stoppt den PULSSCHLAG DES TODES immer wieder. Zumindest kommt es hin und wieder zu ein paar atmosphärischen und spannenden Momenten, in denen sich der Killer ein neues weibliches Opfer sucht, um es im Schambereich aufzuschlitzen und sein orientalisches Fruchtbarkeitsymbol als Erkennungszeichen in die Haut zu ritzen. Doch diese wenigen Momente gleichen das ständige Gelaber nicht aus, was hier auf einem niederprasselt. Recht abwechslungsreich erschien mir der Score von Giorgio Gaslini, den ich allerdings insgesamt auch nicht gerade berauschend gefunden habe.
PULSSCHLAG DES TODES ist ein viel zu lang geratener Giallo, der in den Worten seiner Figuren ertrinkt und lediglich für Komplettisten interessant sein dürfte.
(Bjoern Candidus)
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