BLOODNIGHT
(INTRUDER, USA, 1989, Regie: Scott Spiegel)
Die Angestellten eines Supermarktes machen lange Gesichter als sie erfahren, das heute ihr letzter Arbeitstag sein wird, da das Geschäft geschlossen wird. Doch bevor sie ein letztes Mal nach Hause gehen dürfen, müssen sie vorher den Warenbestand zählen. Ausgerechnet an diesem Abend schleicht ein Killer durch die Gänge, der das Personal auf blutige Art reduziert.
Scott Spiegels Langfilmdebüt BLOODNIGHT stammt aus einer Zeit, in der die Erfolgswelle des Slasher-Horrorfilms bereits in den letzten Zügen lag. Inhaltlich hätte dieser Film also niemanden mehr tangieren dürfen, hätte Spiegel und die KNB-Effect Group nicht den Gore-Hammer geschwungen. In Sachen expliziter Gewaltdarstellung ist BLOODNIGHT großzügig ausgestattet und lässt Filme der HALLOWEEN- oder FREITAG DER 13.-Reihe ziemlich blutleer erscheinen. Körper werden zerstückelt, mit Messern und Haken malträtiert oder auf andere Art und Weise blutig aus dem Leben befördert. Der Qualität der Effekte ist absolut nichts vorzuwerfen. Des Weiteren hat es Spiegel und sein Kameramann Fernando Argüelles verstanden, abwechslungsreiche und außergewöhnliche Kameraperspektiven und Winkel zu nutzen, um der Inszenierung Leben einzuhauchen. Ein Supermarkt als Setting klingt erst mal beschränkt, aber die geschickte Kameraarbeit und die vielen Nebenräumen schaffen genügend Raum für Abwechslung.
Doch genug des Lobes. BLOODNIGHT hat auch negative Seiten. Bedenkt man die Spielzeit von 88 Minuten, nimmt sich Spiegel viel Zeit, bevor er Spannung aufbaut und dem Gore-Freund endlich das zeigt, warum er eingeschaltet hat: Gore. Vorher muss man sich mit den Mitarbeitern des Supermarktes und ihren Problemen herumschlagen, was irgendwann ermüdend wird. Zumindest sind die Darsteller (u.a. Sam und Ted Raimi) nicht ganz so furchtbar wie viele der Kollegen aus ähnlich gelagerten Filmen. Einer ist dann allerdings ziemlich lächerlich: der Killer selbst, dessen Identität man erst im albernen Finale herausfindet, was zudem auch noch recht schlecht inszeniert wurde.
Trotz blutiger Kills, ein paar atmosphärischen, spannenden Momenten in der zweiten Hälfte und einer verspielten Kamera, ist BLOODNIGHT unter dem Strich nur ein weiterer Slasher in einer langen Liste.
(Bjoern Candidus)
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