NUMMER SIEBZEHN
(NUMBER SEVENTEEN, GB, 1932, Regie: Alfred Hitchcock)
Ein Mann schleicht sich des nachts in eine alte Villa und stößt dort auf einen Obdachlosen und auf eine Leiche. Der Obdachlose schwört, nichts mit dem Toten zu tun zu haben. Gemeinsam durchsuchen sie das düstere Haus, und dann werden sie von der Nachbarin überrascht, die ihren Vater sucht. Die Situation gerät aus den Fugen, als drei weitere Männer und eine Dame hinzustoßen, die auf der Suche nach einer gestohlen diamantenbestückten Halskette sind. Doch unter den Anwesenden befindet sich auch ein Detektiv.
Dieser in Alfred Hitchcocks Frühphase entstandene Krimi zeigt bereits deutlich, welche inszenatorische Kraft in dem Briten schlummerte, bevor er ein Meisterstück nach dem andere ablieferte. Basieren tut die Story auf einem Theaterstück von Joseph Jefferson Farjeon.
Von der ersten Sekunde an stößt einen Hitchcock hier in eine atmosphärische Nacht, in der der Wind durch die Gassen fegt. Mit Betreten des finsteren Hauses, glaubt man, sich sofort in einem Horrorfilm zu befinden. Strom gibt es keinen; für Licht dienen Kerzen, mit denen sich die Figuren durchs Haus bewegen. Geschickt nutzt Hitchcock Lichtquellen, um Schatten über die Wände ziehen zu lassen. Wenn die Figuren dann zusammenstoßen, kommt es zu weiteren Action-Szenen, wie das Herabstürzen eines Geländers, an dem zwei Menschen gefesselt sind und eine Verfolgungsjagd zwischen einem Bus und einer Eisenbahn, bei der auch mit Miniaturmodellen gearbeitet wurde.
In NUMMER SIEBZEHN geht es Schlag auf Schlag. Unter den Figuren gibt es immer wieder Wendungen, die die Inszenierung spannend halten. Auf die Prise Humor, die in erster Linie der in Klischees ertrinkende Obdachlose abgibt, hätte Hitchcock gerne verzichten können, aber der ändert auch nichts am wunderbaren Gesamtbild, was der Film hinterlässt.
In nur 66 Minuten liefert Hitchcock packende, turbulente Krimi-Unterhaltung mit tollen Tricks und einer gruseligen Atmosphäre.
(Bjoern Candidus)
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