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Beyond Darkness, 1990 – ★★★

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

HORROR HOUSE 2
(LA CASA 5, Italien, 1990, Regie: Claudio Fragasso) 

Eine Familie zieht in ein altes Haus in Louisiana, auf dessen Grundstück einst Hexenverbrennungen stattgefunden haben. Es kommt, wie es kommen muss: die Mächte der Finsternis aktivieren sich und die Hexe will Rache für die Heilige Inquisition, die zahlreichen Frauen und Männern das Leben gekostet hat. Hilfe bekommt die Familie von Pater George, der die Hexe ganz genau kennt, denn schließlich steckte sie einst im Körper der Kindermörderin Bette, die vor ein paar Jahren hingerichtet wurde.

Die Filmografie von Bruno Matteis Weggefährten Claudio Fragasso ist ein wilder Ritt. Sein wildester dürfte TROLL 2 (1990) sein, der inhaltlich zwar haarsträubend ist, aber gerade daraus einen enormen Unterhaltungswert zieht. HORROR HOUSE 2 aus dem gleichen Jahr ist weniger unterhaltsam, aber unter dem Strich besser als manch andere Produktion aus der Epoche des Untergangs der italienischen Filmindustrie. 

Die Produktion stammt aus Joe D’Amatos Filmklitsche Filmirage, die stets für Höhen und Tiefen gesorgt hat. Im Mittelfeld würde ich HORROR HOUSE 2 ansiedeln, der wie eine Art Best-of der Spät-80er-Italo-Horrorfilme eines Lamberto Bava, Lenzi oder Fulci wirkt, zumindest stilistisch. Inhaltlich orientiert sich Fragasso vor allem bei den großen Filmen des Genres, wie DER EXORZIST (1973) und AMITYVILLE HORROR (1979).

Auch wenn der Originaltitel, LA CASA 5, und der deutsche Titel, HORROR HOUSE 2, Fortsetzungen suggerieren, erzählt Fragassos Film eine eigene Geschichte, die allerdings weder neu noch originell ist. Die Mischung aus Rache- und Okkult-Horrorfilm mit einer weiblichen Antagonistin, die Kinder tötet, bevor sie hingerichtet wird und schließlich wiederkehrt, ist insgesamt recht atmosphärisch inszeniert. Auch das Louisiana-Setting weiß zu gefallen. Das Haus, was die Familie in diesem Film bezieht, erinnert stark an das Ellis Estate House aus DAS HAUS AN DER FRIEDHOFMAUER (1981) und GHOSTHOUSE (1988) und wurde ähnlich eingefangen und mit Nebel ummantelt. Fragsso gelingen ein paar spannende Szenen, die mit ein wenig Blut garniert wurden, doch vielmehr Effekt erzielt er mit der Hexe und Kindermörderin Bette, die ziemlich widerlich, wenn auch mit billigem Make-up bestraft, von Mary Coulson verkörpert wird. Ansonsten gibt es das Übliche: Gegenstände, die sich wie von Geisterhand bewegen, Stimmen aus dem Radio, ein okkultes Buch, einen Exorzismus und eine Rachegeschichte aus der Welt der Hexen mit der sich eine Familie und drei Geistliche auseinandersetzen müssen. Die Auseinandersetzung sorgt allerdings für viel Gerede, was den Horror-Anteil immer wieder zurückdrängt und der Langeweile den Boden ebnet. Die Darsteller selbst sorgen nämlich auch nicht gerade für Leben, aber die hälfte verkörpert ja auch Geistliche. David Brandon als Pater George überzeugt neben Mary Coulson am ehesten. 

Verglichen mit den meisten Filmen von Claudio Fragasso ist HORROR HOUSE 2 ein fast bodenständiger Horrorfilm, der Bekanntes nett zusammenwürfelt, aber auch mit etwas zähen Momenten aufwartet. 

(Bjoern Candidus)

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