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The Mind Snatchers, 1972 – ★★★★

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

EIN DRAHT IM KOPF
(THE HAPPINESS CAGE, USA, 1972, Regie: Bernard Girard)

In einer Klinik für US-Kriegsveteranen in Frankfurt führt Dr. Frederick Gehirn-Experimente durch, die Menschen von Schmerzen, Geisteskrankheiten und aggressivem Verhalten heilen sollen. Dabei wird das Gehirn mit einem Draht verbunden, um mittels Fernsteuerung das Gefühlszentrum zu regulieren. Doch die Experimente stecken erst in der Anfangsphase und wurden bisher nur an Tieren und unheilbar kranken Menschen erprobt, mit tödlichem Ausgang. Drei neue Testpersonen stehen bereit, darunter auch der Soldat James Rees, ein Soziopath mit einer psychischen Störung.

Bernard Girard hat mit EIN DRAHT IM KOPF das Theaterstück „The Happiness Cage“ von Dennis Reardon, was im Jahre 1970 uraufgeführt wurde, auf die Leinwand gebracht. Niemand geringeres als Christopher Walken feiert hier sein Debüt als Hauptdarsteller und schlüpft in die Rolle des zynischen, menschenverachtenden, möglicherweise schizophrenen Private James H. Reese. Walken scheint den aggressiven Soziopathen mit links zu spielen; der vom Leben angewiderte Gesichtsausdruck ist unbezahlbar. Ronny Cox schlüpft in die Rolle des Zimmergenossen Sergeant Boford Miles, der eine ebenfalls überzeugende Darstellung abliefert. Der verzweifelte Dr. Frederick wird von Joss Ackland dargestellt, Ralf Meeker verkörpert den widerlichen Major und Marco St. John spielt sich als sadistischer Klinikwächter auf. Die Besetzung ist rundum gelungen, was wohl das Wichtigste in einem Film ist, der fast nur auf Dialogen basiert und so auch der Vorlage gerecht werden kann. Keine Action, keine Effekte, nur Gespräche über menschliche Abgründe, Einstellungen und der Drang eines Professors, das körperliche und seelische Leid von Menschen zu lindern, bzw. auszuschalten. Dass diese Möglichkeit besonders für das Militär von Nutzen ist, steht außer Frage und wird hier natürlich thematisiert. Girard zeigt keine schönen Bilder, alles ist trist und geprägt vom maladen Erscheinungsbild der Klinik, die sich äußerlich als schöne Luxusvilla zeigt. Besonders die Affen, an deren Köpfen experimentiert wird, lässt einen schlucken und erinnert einen daran, welche Experimente jetzt gerade, wo man den Text liest, stattfinden. Sehr unschön, aber wissenschaftlich und im Rahmen dieses Films durchaus wirksam. Einen Draht im Kopf stecken zu haben, der das Gehirn reguliert, mag Anfang der 1970er-Jahre noch Neuland gewesen sein, jetzt, im Jahre 2024, wurde ein Chip in ein menschliches Gehirn implantiert.

EIN DRAHT IM KOPF fällt hervorragend in die Ecke des dystopischen Science-Fiction-Kinos der 70er-Jahre, verkauft sich aber noch besser als Medizin-Thriller-Drama. Wer auf intelligente, charakterorientierte Filme steht, dürfte hier seine Freude haben. Und Fans von Christopher Walken kommen hier sowieso nicht dran vorbei.

(Bjoern Candidus)

←The Loreley’s Grasp, 1973 – ★★★½
Stake Land, 2010 – ★★★→

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