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The Loreley’s Grasp, 1973 – ★★★½

Verfasst von

marco-fritz

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Rezensionen

THE LORELEY‘S GRASP – DIE BESTIE VOM MÄDCHENPENSIONAT
(LAS GARRAS DE LORELEI, Spanien, 1973, Regie: von Amando De Ossorio)

In einer kleinen Stadt am Rhein kommt es zu einer Serie von schrecklichen Morden, bei denen die Herzen der Opfer aus ihren Leibern gerissen werden. Man glaubt an einen Bären und schaltet Sigurd, den Jäger ein. Doch der Mörder ist weder ein Bär noch ein Nacktmull. Etwas anderes ist aus der Unterwasserwelt des Rheines entstiegen.

Kein Orden schwebt mehr über Amando De Ossorio als der der Templer. Zu Recht, denn mit DIE NACHT DER REITENDEN LEICHEN (1972) hat Ossorio einen höchst atmosphärischen Horrorfilm geschaffen, der samt seiner Fortsetzungen bis heute nicht in Vergessenheit geraten ist. Die zweite Geige spielen definitiv die Werke zwischen seinen Templer-Fortsetzung, was schade ist, denn besonders THE LORELEY‘S GRASP ist eine richtige Wundertüte.

Den Anfang macht Antón Garcia Abril, der wieder für gespenstische Töne sorgt, wie bereits ein Jahr vorher bei den blinden Templern. Der Rheinländer, der ich nun mal bin, darf sich auf den Rhein und auf eine Rheinpromenade mit netten Häusern freuen; die Außenaufnahmen zeigen u.a. Rüdesheim. Doch schnell merkt man, dass hier doch nicht alles vor Ort gedreht wurde. Die Natur von Spanien, genauer Madrid, zeichnet sich ab, wie auch der Baustil gewisser Häuser im Hintergrund. Aber auch die Darsteller verraten es, und besonders die Statisten im Hintergrund. Egal, dieses Kino lebt durch die Freiheiten, die es sich nimmt. Tony Kendall ist am Start, der als Sigurd (!) auf die Jagd nach einem geheimnisvollen Schuppenmonster geht. Ein Strauß junger Damen wird z.B. mit Helga Liné, Marisol Delgado und Silvia Tortosa gereicht. Dazu gesellen sich Ángel Menéndez als Professor, der kunterbunte Experimente vorführt und Luis Induni und Luis Barboo, die wahrlich keine Fremden sind. Eine prächtige Mischung. Und dann ist da noch der nächtliche Schrecken: ein schuppiges, humanoides Meeresmonster mit Krallenhänden und ordentlich Wut im Bauch. Erstaunlich hart wird es im Gore-Bereich. Einige Körper werden ziemlich blutig aufgerissen, was für 1973 ganz schön derbe aussieht. Vorher dürfen die Damen, die hauptsächlich als Opfer dienen, ordentlich schreien, bevor sie ihren Geist aufgeben. Die Story, die die Loreley-Nibelungen-Mythologie mit wissenschaftlichem Quatsch und Monster-Horror-Elementen vermengt, macht einfach Spaß.

THE LORELEY‘S GRASP ist eine herrliche Euro-Horror-Kirmes, die auf Euren Besuch wartet.

(Bjoern Candidus)

←They Came from Beyond Space, 1967 – ★½
The Mind Snatchers, 1972 – ★★★★→

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