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Stake Land, 2010 – ★★★

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

VAMPIRE NATION
(STAKE LAND, USA, 2010, Regie: Jim Mickle)

Die USA ertrinkt in einer Vampir-Seuche. Das Chaos bricht aus und fordert zahlreiche Tote, darunter ist auch die Familie von Martin. Ein Mann kann den Jungen retten und nimmt ihn mit auf die Reise nach New Eden, einem Ort, der als vampirsicher gilt.

Das Positive an dieser Independent-Produktion, die unter der Regie von Jim Mickle (WE ARE WHAT WE ARE, 2013) entstanden ist, ist, dass sie optisch durchaus ansprechend aussieht und ihr schmales Budget von ca. 650.000$ gut kaschieren kann. Ländliche Settings sind immer kostengünstig und meistens wirksamen, wie hier. Berge, Wälder, Wiesen, Landstraßen und kleine Städte bestimmen das Bild in diesem Vampirhorror-Roadmovie. Die Ländlichen Gefilde mit geplünderten Orten sind gut eingefangen und verbreiten eine atmosphärische Endzeitstimmung.
Diese wird von dem melancholischen Score von Jeff Grace zusätzlich unterstützt, wie auch die depressive Grundstimmung, die der Film ohnehin verbreitet. Sehr angenehm ist der Wechsel zwischen langen ruhigen Szenen und kurz aufkommender Action mit der nötigen Gewalt, die einen daran erinnern soll, dass man sich ja gerade einen Vampirfilm anguckt. Die handgemachten Gore-Szenen sind durchaus solide und angenehm über den Film verteilt. Mein Problem ist hier eher die Darstellung der Vampire, die mir einfach zu sehr nach modernen, schnellen Zombies oder Infizierten aussehen. 28 DAY LATER (2002) und DAWN OF THE DEAD (2004) haben den Zombie/Infizierten neu definiert, hier schwappt er über in den Vampirfilm. Aber die Gefahr geht nicht nur von Vampiren aus, sondern auch von einer Sekte, die nicht gerade zimperlich mit den ungläubigen Lebenden (und Untoten) umgeht.

Die Darsteller sind durchaus brauchbar, was wichtig ist, da sich Jim Mickle sehr auf die Charaktere konzentriert und ihnen viel Zeit einräumt. Connor Paolo (ALEXANDER, 2004) als Martin und Nick Damici (LATE PHASE, 2014) als sein „Leih-Vater“ geben ein gutes Gespann ab, und neben der Nähe zur Serie THE WALKING DEAD, die auch 2010 startete, musste ich sowohl an SALEM‘S LOT (1979), THE STAND (1994) als auch an die PHANTASM-Reihe denken. Bei ihrer Reise in die Stadt „New Eden“ begegnen sie neben vielen Gefahren auch einigen Frauen, die in selbigen stecken, u.a. auch Belle, dargestellt von Danielle Harris (HALLOWEEN 4, 1988), die mich hier immerhin mal nicht genervt hat.

VAMPIRE NATION ist ein wertiger Independent-Horrorfilm, der letztlich nichts Neues erzählt und mir leider keine überzeugenden Vampire anbieten konnte, aber aufgrund seiner unaufgeregten, charakterorientierten Art positiv aus der Masse ähnlich gelagerter Filme hervorsticht, auch noch 14 Jahre später.

Info: Auf der dt. DVD/BD befindet sich auch die 7-teilige Web-Serie STAKE LAND, die die Charaktere in Kurzfilmen näher beleuchtet.

(Bjoern Candidus)

←The Mind Snatchers, 1972 – ★★★★
The Stakelander, 2016 – ★½→

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