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Taste of Vengeance, 1968 – ★★★½

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

SCHWEINEHUNDE BETEN NICHT
(I VIGLIACCHI NON PREGANO, Italien, Spanien, 1968, Regie: Mario Siciliano)

Kurz nach dem Ende des Bürgerkriegs werden der Südstaatler Brian Clarke und seine Frau in ihrem Haus von einer Bande Yankees überfallen. Brian wird dabei schwer verletzt, und das Letzte, was er sieht, bevor er das Bewusstsein verliert, ist die Gewalt, die seiner Frau angetan wird. Die Bande steckt das Haus schließlich in Brand. Als er aufwacht, befindet er sich in der Obhut von Daniel, der ihn aus dem brennenden Haus retten konnte. Für seine Frau kam jedoch jede Hilfe zu spät. Durch den Schock hat Brian seine Erinnerungen verloren; er kann nichts über die Täter sagen, nur, dass einer einen Sheriffstern trug. Brian freundet sich mit Daniel und seinem Bruder Robert an, die fortan gemeinsame Sache planen. Doch in Brian schlummert der Hass auf die Täter. Er verliert immer mehr die Kontrolle, und aus Freundschaft entwickelt sich Feindschaft.

Das Regie-Debüt von Mario Siciliano (BLUTIGE MAGIE, 1975) zögert nicht lange, den Zuschauer einer finsteren und bedrohlichen Stimmung auszusetzen. Es ist Nacht, ein Gewitter spielt sich auf und begleitet die herannahende Katastrophe, die Brians Leben für immer verändern wird. Diese horrorfilmartige Stimmung, auf die die Inszenierung auch im späteren Verlauf noch mal zurückgreift, ist selten im Italowestern. Das prägnanteste Beispiel, in dem klassische Gruselstimmung mit dem Staub des Westens vermischt wurde, dürfte wohl SATAN DER RACHE (1970) von Antonio Margheriti sein. Vampire und Zombies kommen hier natürlich nicht aus den Gräbern, aber dafür zieht Siciliano, bzw. der Storygeber Eduardo Manzanos und Drehbuch-Legende Ernesto Gastaldi genug andere Themen aus dem Hut, die den Film füllen. Verlust, Rache, Freundschaft, Feindschaft, Macht und Gier reihen sich ein, und manchmal wirkt die Inszenierung etwas überdosiert, und sie ist mit fast 2 Stunden auch ziemlich lang geraten. Aber Siciliano bietet genug Spannung, Action und Brutalitäten, um die Inszenierung bis zu einem sehr Atmosphärischen Finale in einem stillgelegten Eisenbahntunnel in Bewegung zu halten. Sehr überzeugend sind dabei vor allem die beiden Italofilm-Stars Gianni Garko und Ivan Rassimov. Garko spielt den verzweifelten und völlig wahnsinnig gewordenen Brian Clarke sehr überzeugend. Der Irrsinn steht ihm ins Gesicht geschrieben. Ganz andere Töne schlägt Ivan Rassimov an, der sonst meistens für die mysteriösen oder durchtriebenen Charaktere zuständig ist. Es ist schön, ihn hier zu sehen, und der Bart, den er selten trägt, steht ihm. Neben den beiden dürfen natürlich auch weitere immer wiederkehrende Gesichter nicht fehlen, um dem Italo-Fan zu beglücken. In dem Fall gibt es ein Wiedersehen mit Luciano Pigozzi, Frank Brãna, Luis Induin und Luis Barboo. Als etwas sperrig, gar herunterziehend habe ich den Score von Manuel Parada empfunden.

SCHWEINEHUNDE BETEN NICHT ist ein dreckiger, harter Italowestern mit viel Spielraum für seine Figuren, der aber insgesamt etwas zu umfangreich geraten ist.

(Bjoern Candidus)

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