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Night of the Howling Beast, 1975 – ★★★

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

DER WERWOLF UND DER YETI
(LA MALDICIÓN DE LA BESTIA, Spanien, 1975, Regie: Miguel Iglesias)

Fotos und ein Skalp wollen beweisen, dass der Yeti existiert. Hoch oben auf dem Himalaya soll das Zottelvieh sein Unwesen treiben. Einem Team aus Forschern und Wissenschaftlern bricht auf, um der Legende auf den Grund zu gehen. Dabei ist auch Waldemar Daninsky, der wie immer nichts besseres zu tun hat, als sich einen Werwolf-Fluch einzufahren, der ihn in eine blutrünstige Bestie verwandelt, wenn es der Mondzyklus zulässt.

Regisseur Miguel Iglesias, dessen Werk kaum den Weg nach Deutschland fand, setzte hier Paul Naschys Story und Drehbuch um und hat damit ein bisschen Abwechslung in die Stube gebracht. Erstens ist der Yeti als Monster-Figur relativ selten im Horrorkino anzutreffen, zweitens gibt es viel zu wenig Horrorfilme, die im Schnee angesiedelt sind, drittens werden spanische Drehorte selten als Tibet, bzw. Himalaja -Gebirge verkauft. Braucht man dann noch einen tibetanischen Tempel, baut man sich halt schnell einen als Miniaturmodell und stellt ihn in den Schnee. Eine schöne Illusion. Auch wenn man nicht auf dem Himalaya ist, ist die Landschaft ein Aushängeschild des Filmes. Mal gibt es verschneite Abschnitte, mal sticht der Herbst ins Auge. Der Rest wird im Studio erledigt. Hier sieht man dann den Tempel von innen und darf noch in eine mit buntem Bava-Licht ausgeleuchtete Höhle mit Totenschädeln und einer Grabkammer abtauchen. Eine schöne Grusel-Atmosphäre wird hier erzeugt. Garniert wird das Horror-Abenteuer mit Mord, Folter, Sadismus und einer Priese Erotik. Alles, was man von solchen Produktionen erwartet, ist dabei. Der Yeti bekommt letztlich nur wenig Aufmerksamkeit, aber zum Ausgleich ist ja Paul Naschy als Werwolf aktiv, dessen Design finsterer als sonst wirkt, was aber auch an den an sich recht düsteren Aufnahmen liegt. Das Tageslicht wurde hier nämlich offensichtlich stark gefiltert, um die Nacht in die verschneiten Berge zu zaubern. Aber das passt zum surrealen Anstrich dieses Alternativen-Himalaya-Gebirges.

Neben Naschy fiel mir direkt Mercedes Molina ins Auge, die im gleichen Jahr zusammen mit Naschy für DIE NACHT DES EXORZISTEN (1975) vor der Kamera stand. Wie gern in solchen Filmen sind die darstellerischen Leistungen nicht unbedingt das Gelbe vom Ei, was hier nicht anders ist, aber eben auch nicht stört. Es ist die Idee und der unnachahmliche Charme, der hier thront.

DER WERWOLF UND DER YETI ist ein weiters Horror-Kitsch-Bonbon mit dem Herzblut von Paul Naschy.
Nicht mehr, nicht weniger.

(Bjoern Candidus)

←The Hanging Woman, 1973 – ★★½
Dr. Jekyll and the Werewolf, 1972 – ★★½→

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