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Village of the Damned, 1995 – ★★★

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

DAS DORF DER VERDAMMTEN
(VILLAGE OF THE DAMNED, USA, 1995, Regie: John Carpenter)

Wie aus heiterem Himmel schlafen plötzlich alle Menschen des Städtchens Midwich am helllichten Tag ein. Nachdem sie wieder zu sich kommen, entzieht sich ihnen, was passiert ist. Wenig später stellt man fest, dass die Frauen des Dorfes schwanger sind. Irgendwer oder irgendwas hat die Frauen während des Schlafs befruchtet. Als sich die Regierung einschaltet, wird angeboten, die Kinder abzutreiben oder auszutragen und jahrelange Unterstützung zu bekommen, falls etwas nicht stimmt mit den Kindern. Eine regelmäßige Untersuchung wird allerdings zur Voraussetzung gemacht. Und es stimmt etwas nicht, denn die Kinder entwickeln eine erstaunluche Intelligenz und ein wunderlich schnelles Wachstum. Und sie sind alle weißblond und tödlich.

Nachdem John Carpenter mit DIE MÄCHTE DES WAHNSINNS (1994) noch einen sehr ordentlichen und innovativen Horrorfilm gezimmert hat, geht es mit der Neuverfilmung des Romans KUCKUCKSKINDER (1957) von John Wyndham, kreativ etwas bergab, dennoch braucht sich der Film nicht verstecken.

Schon die Anfangs-Szene ist dicht und bietet durch die Cinemascope-Bilder eine tolle Carpenter-Atmosphäre, die durch den Score (ebenfalls mal wieder vom Meister selbst, mit Dave Davies) glänzend unterstrichen wird. Wie schon bei HALLOWEEN (1978) versteht es Carpenter gut, das Treiben einer US-Kleinstadt einzufangen, die sich gerade auf ein Sommerfest vorbereitet. Schnell werden auch die Charaktere eingeführt, die von einigen Bekannten dargestellt werden. Hier findet sich z.B. Leute wie Christopher Reeve, Kirstie Alley und Mark Hamill. Sehr schön. Angenehm ist auch die Ruhe der Inszenierung, die kaum auf Action, sondern mehr auf Stimmung, Story und Dialog setzt und so alles andere als ein Scifi-Horror-Feuerwerk heraufbeschwört, was man 1995 hätte erwarten können. Dennoch gibt es auch hier das ein oder andere Effekt-Bonbon (z.B. der verbrannte Mann auf dem Grill). Nicht ganz so überzeugend wie in der Adaption von Wolf Rilla sind die weißblonden Gören. Letztlich passen sie aber auch zum 90er-Jahre-Anstrich, der hier überall zu finden ist. Der sehr saubere, geschliffene Look ist vielleicht der einzige wirkliche Wermutstropfen des Films. Der düstere Anstrich der 70er/80er-Werke von Carpenter geht hier leider etwas verloren. Sauberkeit ist aber ein grundsätzliches Problem von vielen Horrorfilmen der 1990er-Jahre.

DAS DORF DER VERDAMMTEN ist letztlich eine überflüssige Neuverfilmung, die sich aber aufgrund der handfesten Arbeitsweise von Carpenter und der Besetzung sehen lassen kann.

(Bjoern Candidus)

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