Zum Inhalt springen
  • Startseite
  • Episoden
  • Rezensionen
  • Über uns
  • Wo Ihr uns findet
  • Kontakt

Baba Yaga, 1973 – ★★★½

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

FOLTERGARTEN DER SINNLICHKEIT 2
(BABA YAGA, Frankreich, Italien, 1973, Regie: Corrado Farina)

Fotografin Valentina gerät in den Bann der Hexe Baba Yaga, die mitten in der Stadt in einer alten Villa lebt. Valentina ist fasziniert von der schönen Frau und der mysteriösen Welt, in der sie lebt. Doch als es in ihrem Umkreis zu merkwürdigen Todesfällen kommt, sucht sie Hilfe bei ihrem Freund Arno. Gemeinsam dringen sie in das Haus von Baba Yaga ein. 

Corrado Farina (WETTLAUF MIT DEM TOD, 1971) hat hier einen außergewöhnlichen Mystery-Okkult-Horrorfilm abgedreht, der auf der italienischen Comic-Reihe „Valentina“ von Guido Crepax basiert. Der Charakter der Fotojournalistin Valentina wird von Isabelle De Funès verkörpert, die in einen okkulten Fall verwickelt wird. An ihrer Seite steht George Eastman, der hier ausnahmsweise mal eine gute Seele spielen darf. In die Rolle von Baba Yaga ist Carroll Baker geschlüpft, die eine sehr gute Figur als schöne Hexe macht. Wer aber darauf hofft, dass sie ein Haus hat, was auf Hühnerbeinen herumwandert, muss enttäuscht werden. Aber das Haus, in dem sie hier wohnt, gehört trotzdem zu den Highlights. Die alte Villa ist von innen wie von außen wie geschaffen für einen Horrorfilm und hat mich an ein Haus aus EIN ZOMBIE HING AM GLOCKENSEIL (1980) erinnert. Okkulte Bücher und Symbole, Tiere in Käfigen und mittendrin Baba Yaga, die mit ihrem Zauber schaltet und waltet. So kann sie bei Valentina surreale Visionen und Träume auslösen, wie sie z.B. von Nazis im 2. Weltkrieg gefangengenommen wird, die sie in ein bodenloses Loch werfen. Überhaupt kommt das Thema Links und Faschismus immer wieder auf, was im italienischen Kino jener Tage, aber auch nichts Neues war. Karl Marx Werk „Das Kapital“ ist allerdings auffällig häufig im Bilde. Aber auch nackte Brüste blitzen auf. Auch wenn der Film auf reine Sex Szene verzichtet, geht es immer wieder (sado)erotisch zu, was nie billig wirkt. 

Bewegt man sich hier nicht in okkulten Sphären, darf man in die bunte Welt der Fotomodelle abtauchen, die einem die 70er-Jahre sehr schön präsentieren. Überhaupt weiß man hier manchmal gar nicht, wo man hingucken soll; Farina fährt einiges auf, vor allem sonderbare Ideen. Hinter der Kamera stand Aiace Parolin, der später KEOMA (1976) fotografieren sollte. Manchmal hat die Inszenierung eine beunruhigende, fast paranoide Grundstimmung, manchmal wird es wiederum skurril bis witzig. Was aber am besten gelungen ist, ist die dichte Atmosphäre um Baba Yaga und ihrer verwunschenen Villa. 

In eine Genre-Schublade lässt sich BABA YAGA nicht wirklich packen, aber das macht diesen bizarren Trip auch aus. Wer nicht den Anspruch an eine große Story hat und Dinge geschehen lassen kann, ohne sie zu hinterfragen, ist hier möglicherweise richtig.  

(Bjoern Candidus)

←Look What’s Happened to Rosemary’s Baby, 1976 – ★★
Thanksgiving, 2023 – ★★★½→

Kommentare

Schreibe einen Kommentar Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Weitere Beiträge

  • Return of the Living Dead III, 1993 – ★★★

    11. September 2026
  • Traumstadt Gazette Ausgabe 102

    10. September 2026
  • Darkroom, 1989 – ★★

    10. September 2026
  • The Time Travelers, 1964 – ★★★

    8. September 2026

Impressum · Datenschutzerklärung · © 2026 Antenne Traumstadt