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Piranha, 1978 – ★★★½

Verfasst von

marco-fritz

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Rezensionen

PIRANHAS
(PIRANHA, USA, 1978, Regie: Joe Dante)

In einem Fluss in den USA kommt es zu tödlichen Angriffen auf Menschen. Schnell stellt sich heraus, dass es sich bei den Angreifern um vom Militär gezüchtete Piranhas handelt, und die steuern geradewegs auf einen Badesee eines anliegenden Feriencamps zu.

Da der Hunger nach Tier-Horrorfilmen ab Mitte der 1970er-Jahre kaum gestillt werden konnte, war es nur eine Frage der Zeit, bis sich auch Produzenten-Legende Roger Corman dem Thema annahm.

Mit PIRANHAS folgte ein weiterer sehr gut produzierter Tier-Horrorfilm, der die Nähe zu DER WEISSE HAI nicht verbergen kann und wohl auch kaum wollte. Doch während Spielberg einen riesigen Hai präsentierte, geht es Joe Dante etwas filigraner an und serviert einen Schwarm von kleinen Killerfischen, besser bekannt unter dem Namen Piranha. Also Fische, die sich in tropischen Gewässern aufhalten, aber eigentlich nicht im Lost River Lake mitten in den USA. Dante und Richard Robinson und John Sayles, die beiden Herren, die für die Story verantwortlich waren, liefern die Erklärung für diesem Umstand gleich mit, und so schlägt man auch die beliebte Vietnamkrieg-Brücke und kombiniert sie mit Kritik an Militärführung und Umwelt. Insgesamt greift Dante viele kleine Themen auf, liefert Ironie, Witz und einige gelungene Horror-Szenen, die recht blutig geraten sind. Die Piranhas wurden von Rob Bottin entworfen und sehen wirklich hervorragend aus. Sehr schön sind auch die kleinen Stop-Motion-Monster in dem geheimen Forschungslabor, mit denen kurz der Welt von Ray Harryhausen Hallo gesagt wird.

Leider hält Dante die dichte Stimmung, die durchaus immer wieder für Spannung sorgt, nicht bis zum Ende durch, und manchmal scheint er sich zwischen Spaß und Ernst nicht entscheiden zu können.
Etwas problematisch sind die Figuren, die zwar durchaus ausgeschmückt werden, aber nicht dazu einladen, mit ihnen mitzufiebern, was nicht an den Darstellern liegt, denn mit Bradford Dillman, Heather Menzies-Urich, Kevin McCarthy, Dick Miller und Barbara Steele ist man eigentlich gut aufgestellt.

Punkten kann die Inszenierung wieder mit Jamie Anderson, der hinter der Kamera stand und sehr schöne Impressionen von der Natur liefert, die wichtig für die Gesamtatmosphäre des Films ist. Die FREITAG DER 13. – Feriencamp-Stimmung wird hier schon leicht vorweggenommen. Abgeschmeckt wird die Inszenierung von einem Score von Pino Donaggio.

PIRANHAS ist ein ordentlicher Tier-Horror-Vertreter, der sehr geschickt inszeniert wurde und an sämtliche Zutaten denkt, um das damalige (und im besten Fall auch heutige) Publikum zu unterhalten. Er kann sich nicht von kleinen Problemen freisprechen, aber unter dem Strich hat er mich gut unterhalten.

(Bjoern Candidus)

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