TÖDLICHE ERNTE – KINDER DES ZORNS 2
(CHILDREN OF THE CORN 2: THE FINAL SACRIFICE, USA, 1992, Regie: David Price)
Nach dem Massaker in Gatlin, Nebraska, in dem Kinder und Jugendliche die Erwachsenen getötet haben, beginnen die Ermittlungen. Was ist in der kleinen Stadt wirklich passiert? Die Polizei und Reporter sind vor Ort. Die überlebenden Kinder werden zu Pflegefamilien in das Nachbardorf gebracht, wo sich der Schrecken langsam zu wiederholen scheint.
David Price (SON OF DARKNESS, 1991) setzt hier Fritz Krieschs Stephen King Adaption KINDER DES ZORNS (1984) fort, was ihm nicht so recht gelungen ist.
Man muss dem Film zu Gute halten, dass er eine eigene Geschichte erzählt, die den Vorgänger weiterführt und nicht bloß kopiert, im Gegensatz zu vielen der folgenden Teile in der Endlosfilmreihe. Das macht das Ganze allerdings auch nicht besser. Hat man den inhaltlichen Mist geschluckt, den man durchaus besser hätte ausbauen können, droht man an den Darstellern zu ersticken. Statt des finsteren Anführers Isaac aus dem Vorgängerfilm, spielt sich hier ein Michael auf. Im Gegensatz zu John Franklin, der sich durch sein unheimliches Erscheinungsbild eingeprägt hat, hinterlässt Ryan Bollman als Michael gar nichts. Er ist einfach nur ein Jugendlicher, der versucht einen bösen Jugendlichen zu spielen. Damit man ihn von den anderen ausdruckslosen Milchgesichtern erkennt, trägt er Schwarz. Auf einen Ersatz-Malachai braucht man natürlich auch nicht hoffen, stattdessen gibt es eine Wagenladung Langweiler oder überzogene Figuren. Der erfolglose Journalist John Garrett wird dargestellt von Terence Knox und seinen Sohn Danny von Paul Scherrer, und beide sind die Definition von Eintönigkeit.
Immerhin Liefert Price auf dem Gewalt- und Effekt-Sektor ein bisschen was. Zum Beispiel darf ein Mann auf äußerst unangenehme Art und Weise in einer Kirche verbluten und eine alte Frau wird von ihrem Haus zerquetscht, was eigentlich nur Maklern vorbehalten sein müsste. Mit Bob Keen ist sogar ein erfahrener Mann involviert. Grünes Licht gibt es für den Score von Daniel Licht, der die wenigen stimmungsvollen Momente gut unterstützt.
TÖDLICHE ERNTE – KINDER DES ZORNS 2 ist ein immerhin kurzweiliger, teils garstiger Horrorfilm, der aber durch seine Figuren und seine schlecht erzählten Story zu kämpfen hat.
(Bjoern Candidus)
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