DEAD OF WINTER
(USA, 1987, Regie: Arthur Penn)
Katie McGovern, eine junge Schauspielerin, bewirbt sich auf eine Anzeige zu einem Casting. Da die Hauptdarstellerin ausfällt, soll Katie ihren Part übernehmen, weil sie eine unheimliche Ähnlichkeit mit der ursprünglichen Darstellerin hat. Für die Aufnahmen muss sich Katie in ein abgelegenes Landhaus der beiden Auftraggeber begeben. Schnell wird ihr klar, dass dieser Ausflug nicht unbedingt ihre Eintrittskarte für Hollywood werden wird.
Schnee, Isolation, Gefangenschaft, zwei garstige Männer und eine Frau, die sich ihren Job ganz anders vorgestellt hat, wird hier aufgefahren. Regisseur Arthur Penn (BONNIE & CLYDE, 1967 / DUELL AM MISSOURI, 1976) ist für Marc Shmuger eingesprungen, der auch für das Drehbuch zuständig war. Was bei der Produktion genau vorgefallen ist, entzieht sich mir. Der Filme ist eine Neuinterpretation des Films MY NAME IS JULIA ROSS (1945), der wiederum auf den Roman THE WOMAN IN RED von Anthony Gilbert basiert.
Das Tolle an dem Film ist, dass er dem Zuschauer direkt zu Beginn mit einer düsteren, winterlichen Kulisse die richtige Stimmung beschert, die der Titel schon verspricht. SHINING (1980) und MISERY (1990) lassen grüßen. Leider verzichtet Penn darauf, die Atmosphäre im Haus zu verstärken. Da man es hier mit einer Art Kammerspiel zu tun hat, hätte man sich im Inneren schon mehr Mühe geben können, denn alles ums Haus herum, wird immer sehr dicht inszeniert. Aber gut, dafür wartet die Inszenierung mit wenigen, aber ordentlichen Darstellern auf, was wichtig ist, da der Film doch sehr auf seine Geschichte fixiert ist. Während mir Mary Steenburgen (ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT 3, 1990) und Jan Rubes (THE AMITYVILLE CURSE, 1990) nicht wirklich etwas sagten, freute ich mich auf Roddy McDowall (PLANET DER AFFEN, 1968), den ich immer gerne sehe.
Die Story ist sehr konstruiert, krankt an Logik, aber wird konsequent durchgezogen und erinnert in den besten Momenten an Hitchcock. Wenn man die Logikfragen abstellen kann, wird man gut unterhalten, auch wenn manchmal zu viel geredet wird.
Von einem Meisterwerk ist DEAD OF WINTER weit entfernt, hat bekannte Zutaten, die selten überraschen, aber funktioniert als solider Thriller mit Winter-Ambiente.
(Bjoern Candidus)
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