PROTEUS – DAS EXPERIMENT
(PROTEUS, GB, 1995, Regie: Bob Keen)
Eine Handvoll ätzender Leute erleiden einen Schiffbruch. Eine verlassene Bohrinsel dient als Hoffnungsbringer. Doch so verlassen ist der Ort der Zuflucht nicht. Die Ergebnisse grausamer Experimente zeigen sich…
Bei dem Namen Bob Keen dürfte es bei vielen Genre-Freunden klingeln. Der Effekt-Zauberer, der 1977 bei KRIEG DER STERNE und ALIEN (1979) seinen Anfang nahm und danach für Filme wie LIFEFORCE (1985), WAXWORK (1988), CABAL (1990) oder HELLRAISER 1-3 die Spezial-Effekte und Masken kreierte, schuf hier unter seiner eigenen Regie einen Monster-Horrorfilm, der erst mal recht vielversprechend klingt.
Schon recht früh fiel mir die Nähe zu CREATURES FROM THE ABYSS (1994, der Film ist allerdings erst 2000 veröffentlich worden) auf, inhaltlich wie auch von der Figurenkonstellation. Leider hat es Keen aber nicht geschafft, seinen Figuren irgendwie Sympathie oder einen schrägen Charakter zu geben. Das Gegenteil ist sogar der Fall. Die Figuren sind dumpf, lieblos geschrieben und laden eher zum abschalten ein.
Das Set sieht ordentlich aus, ist stimmungsvoll inszeniert und durch die Wahl einer Bohrinsel noch recht frisch im Horror-Genre. Wer noch eine Bohrinsel im Genre benötigt, dem sei TARGOOR – REISE INS GRAUEN (1981) von Peter Carter empfohlen. Aber auch eine Bohrinsel nutzt nichts, wenn man sie mit langweiligen Stubenfliegen beseelt. Der Ausgleich kommt mit den ordentlichen praktischen Effekten, die gegen Ende sogar zu einem guten Creature-Feature werden, was vor allem Erinnerungen an THE THING (1982) erweckt.
PROTEUS ist gut gemeint, hat kreative Monster zu bieten, konnte mich aber aufgrund seiner Story und Figuren kaum begeistern.
(Bjoern Candidus)
Schreibe einen Kommentar