THE WIND
(USA, 1986, Regie: Nico Mastorakis)
Die Schriftstellerin Sian Anderson reist von den USA nach Griechenland, um dort auf der Insel Monemvasia an einem neuen Roman zu arbeiten. Doch die Idylle in dem Bergdorf am Meer hält nicht lange an. Sie trifft auf einen weiteren Urlauber, den kurz darauf das Zeitliche segnet. Ein Mord ist geschehen!
Es braucht keine geoße Geschichte, um jemanden mitzunehmen. Vor allem im Kino weiß man das. Es genügt, wenn man die richtigen Zutaten vermischt. Dem Regisseur, Produzent und Roman-Autor Nico Mastorakis ist das mit THE WIND ansehnlich gelungen. Einen zweiten ISLAND OF DEATH (1976) sollte man hier, zumindest in Sachen Gewalt, allerdings nicht erwarten, dafür spendiert Mastorakis dem Zuschauer erneut griechische Urlaubsstimmung, die hier schnell in einen Horror-Urlaub mit kräftigen Böen umschlägt.
Startet der Film noch im sonnigen Kalifornien, wo er uns den Chic der 80er ins Gesicht klatscht, geht es recht schnell nach Griechenland. Dort angekommen erwartet einen das Meer, steile Felsen und ein altes Bergdorf auf den Klippen, dazu pfeift der Wind, der ewig währende Wind. Allein die Architektur der steinernen Häuser und der Staub der durch den Wind aufgepeitscht wird, lässt das Horror-Herz pulsieren. Ein selten schöner Anblick im Horrorkino der 80er-Jahre. Es gibt nicht sonderlich viele Horrorfilme, die in Griechenland angesiedelt sind, dadurch wirkt das Setting frisch und unverbraucht. Dazu kommt die Fotografie von Andreas Bellis (Kamera: THRILLER, 1973), der die gesamte Atmosphäre ansehnlich festhält. Aber er verewigte nicht nur die Landschaft, sondern auch die wahnsinnig schönen Augen von Hauptdarstellerin Meg Foster (MASTERS OF THE UNIVERSE, 1987 / THE LORDS OF SALEM, 2012), die hier wirklich gut reinpasst. Ihr gegenüber steht Wings Hauser (NACHTRATTEN, 1982 / MUTANT 2, 1984), der es mit Leichtigkeit versteht, ein Widerling zu sein, wohl auch hinter den Kulissen. Mit Hauser liegt man jedenfalls immer richtig, wenn irgendwo schlechte Stimmung von Nöten ist. Leider nur als Gastrolle: Robert Morley, der Mann, der in THEATER DES GRAUENS (1973) seinen Pudel essen musste. Der stimmige Score stammt von Stanley Myers und Hans Zimmer.
THE WIND ist ein weiteres Argument für Nico Mastorakis. Der Film besticht durch sein gutes Handwerk, durch die Darsteller und die Spannung. Ein atmosphärischer Insel-Terror-Film, dem ich seine Inhaltsleere gerne verzeihe.
(Bjoern Candidus)
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