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Symptoms, 1974 – ★★★½

Verfasst von

marco-fritz

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Rezensionen

SYMPTOMS
(Belgien, GB, Spanien, 1974, Regie: José Ramón Larraz)

Zurück aus der Schweiz möchte Helen mit ihrer neuen Freundin Anne auf dem Landsitz ihrer Eltern ausspannen. Während Anne gefallen an ihrer neuen Umgebung findet, fällt Helen immer mehr in Unruhe. Sie hört sonderbare Geräusche die vom Dachboden zu kommen scheinen, und der Nachbar, der seine Zeit am nahegelegenen See vertreibt, scheint das Vorgehen der beiden Damen genau zu beobachten.      

José Ramón Larraz hat hier ein bedrückendes, sehr langsam inszeniertes Psycho-Drama im Mantel eines Horrorfilms geschaffen, was auf atmosphärischer und visueller Ebene eine wahre Augenweide ist. Wer es ruhig und mysteriös mag, der sei willkommen. Dafür werden Leute, die stets Antworten auf Fragen erwarten, ziemlich enttäuscht. Larraz liefert immer wieder Ansätze für die Mysterien, die sich um Helen auftun, doch zu einer klaren Sicht kommt es nicht.

Schon ab der ersten Sekunde baut sich hier die Gänshaut auf, wenn die nebeligen und herbstlichen Bilder auf einen niederprasseln. Gespenstische Bäume, ein moderiger See und ein schmuckes Landhaus verstärken die unheilschwangere Stimmung. Englische Schauerromantik Deluxe, gedreht in Harefield Grove bei London. (Studioaufnahmen: Pinewood Studios) Kurze Zeit später werden die beiden Hauptdarstellerinnen eingeführt. Mit Angela Pleasence (HORROR-BABY, 1980) hat man voll ins Schwarze getroffen. Sie überzeugt in der Rolle von Helen, der der Wahnsinn im Gesicht geschrieben steht. Schön, wie ihr Vater Donald in ihren Augen zu sehen ist. Lorna Heilbron als Helens Freundin Anne bleibt hingegen etwas blass und langweilig. Der neugierige Brady wird von Peter Vaughan (WER GEWALT SÄT, 1971) gespielt, der perfekt ins Bild passt. 

SYMPTOMS ist eine packende Mischung aus Filmen wie EKEL (1965) und dem britischen Horrorkino aus den Händen von Pete Walker und Co. Den Meisten wird die sehr langsame Art der Inszenierung missfallen, und wer Schocks und Horror sucht, wird sehr lange warten müssen und trotzdem unbefriedigt werden. 

SYMPTOMS, der seine Weltpremiere in Cannes hatte und nach seiner letzten Ausstrahlung Mitte der 80er-Jahre als verschollen galt, wurde 2016 wiederentdeckt und endlich zugänglich gemacht. Auch jetzt, acht Jahre später, bleibt der Film versteckt in den Ritzen der Filmgeschichte, bis man auf ihn stößt. 

SYMPTOMS macht es dem Zuschauer nicht leicht. Der eine wird sediert bis er einschläft, der andere will Antworten, die er nicht bekommt, der nächste gibt sich dem düsteren Sog hin und genießt einen mysteriösen Film mit einer wunderschönen Herbstkulisse, der von einem Score von John Scott abgerundet wurde. 

(Bjoern Candidus)

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