BLUTMESSE FÜR DEN TEUFEL
(EL ESPANTO SURGE DE LA TUMBA, Spanien, 1973, Carlos Aured)
Mitte des 15. Jahrhunderts wird der Tempelritter Alaric de Marnac von seinen eigenen Brüdern verraten und samt seiner Geliebten wegen Ketzerei und Hexerei hingerichtet. Vor seinem Ableben verflucht Alaric den Henker und schwört Rache. Gut 500 Jahre später nimmt der Fluch seinen Lauf und trifft die Nachfahren des Henkers.
Carlos Aured (DIE TODESKRALLE DES GRAUSAMEN WOLFES, 1973) schickt hier Paul Naschy, der auch die Story und das Drehbuch schrieb, gleich in drei Rollen ins Rennen. Er ist als Alaric, sein Bruder Hugo und sein Nachfahre Armand de Marnac zu sehen. Alarics Geliebte Mabille De Lancré wird von Helga Liné verkörpert, die im gleichen Jahr auch für Amando de Ossorios THE LORELEY‘S GRASP vor der Kamera stand. Naschy und Liné geben ein schönes, teuflisches Paar ab.
Aured serviert dem Zuschauer eine dichte Grusel-Atmosphäre, die sich kontinuierlich hält. Nebel zieht auf, Wind heult, Schnee fällt, Krähen und Eulen stimmen ihre unheimlichen Lieder an und man wird Zeuge von Grabschändungen und einer Geisterbeschwörung. Die stimmungsvolle Anfangs-Szene mit Off-Kommentar über die Pest und dem Aberglauben, die den Zuschauer ins 15. Jahrhundert mitnimmt, ist schön inszeniert und versprüht den Charme von Horror-Comics und Romanheften. Gleiches gilt für die teils blutigen Gore-Effekte, die zumindest in Deutschland für eine damalige Indizierung sorgten. Köpfe werden abgeschlagen, Kehlen aufgeschlitzt, ein Herz wird rausgerissen und am Ende dürfen sogar Zombies durchs Bild wanken, die etwas an die Untoten aus DAS LEICHENHAUS DER LEBENDEN TOTEN (1974) erinnern. Zudem taucht noch eine Gruppe Hinterwäldler auf, die auch nicht gerade freundlich ist. Die Effekte sind billig, aber ich mag sie.
Mit der eigentlichen Story lassen sich natürlich keine Blumentöpfe gewinnen. BLUTMESSE FÜR DEN TEUFEL erfindet das Rad nicht neu, sondern labt sich an bekannten Horror-Tropen, die aber durchaus ansehnlich präsentiert werden. Das spanische Horror-Kino der 70er-Jahre schmückt sich nicht gerade mit hoher Qualität in Sachen Inhalt oder darstellerischem Können. Vielmehr bauen die Filme auf Atmosphäre und liefern bekannte Monster wie Vampire, Werwölfe oder reitende Leichen.
BLUTMESSE FÜR DEN TEUFEL ist ein charmanter Okkult-Horrorfilm mit dem einzigartigen Paul Naschy, der mich trotz einfacher Mittel begeistern konnte.
(Bjoern Candidus)
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