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The Passage, 1986 – ★★★½

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

REISE IN DIE UNENDLICHKEIT
(LE PASSAGE, Frankreich, 1986, Renè Manzor)

Jean Diaz, ein Autor und Zeichentrick-Regisseur fährt mit seinem kleinen Sohn David in den Urlaub. Dumm ist nur, dass der Sensenmann in seinem Zwischenreich einen neuen Kompagnon sucht. Die Computerdatenbank des Todes bietet ihm fünf der berühmtesten lebenden Künstler an. Jean Diaz ist einer davon. Und da sich der Tod von Nichts und Niemandem abhalten lässt, manipuliert er Diaz Auto und lässt ihn mit seinem Sohn verunglücken. David überlebt den Unfall, aber sein Vater stirbt (mehr oder weniger) und findet sich im Zwischenreich wieder. Dort angekommen wird er schnell von Gevatter Tod begrüßt, der ihm einen Vorschlag unterbreitet: seine Kreativität gegen das Leben seines Sohnes. Fortan muss Diaz seinen geplanten Film über Gewalt und Krieg unter Menschen im Arbeitsraum des Todes realisieren. 
Währenddessen leidet David, der nun bei seiner Mutter wohnt, die sich einst von Jean trennte. Immer mehr wird David klar, dass sein Vater noch gar nicht tot ist, sondern irgendwo gefangen gehalten wird. 

Ein Mangel an Kreativität kann man dieser Produktion, die unter der Regie von Renè Manzor inszeniert wurde, nicht vorwerfen. Schon zu Beginn, wenn man die Schaltzentrale des Todes sieht, wird es grotesk. Auf einer Wand voller Bildschirme kann er die Gräueltaten, Katastrophen und Schicksale der Menschen erblicken, für die er mitunter verantwortlich ist. Der Tod als Erscheinung ist schön klassisch gehalten. Eine schwarze Kutte mit riesiger Kapuze, die sein Gesicht komplett verbirgt, gräuliche, aufgeschwemmte Hände mit spitz zulaufenden Fingern und der dazugehörigen Sense hinterlassen einen maladen Eindruck, der mir sehr gefallen halt. 

Insgesamt ist der Film sehr düster gehalten, pendelt zwischen Zwischenreich und der Welt der Lebenden hin und her und wird immer wieder mit gelungenen Zeichentrick-Sequenzen garniert, die die Arbeit von Diaz zeigen. Dabei vergisst Manzor leider etwas die Spannung und scheint sich manchmal nicht ganz im klaren zu sein, in welche Richtung er eigentlich will. Viel störender ist allerdings Alain Delon, der ziemlich hölzern und manchmal geradezu gelangweilt agiert. Weitaus besser hat mir der andere Alain gefallen. Alain Lalanne, der Kinderdarsteller fährt hier mehr Können auf als der alte Alain. Und dass das kein Einzelfall war, hat Alain Lalanne drei Jahre später in DEADLY GAMES bewiesen, der auch unter der Regie von Renè Manzor entstand. Dort darf Lalanne einen Irren im Weihnachtsmann-Kostüm fertigmachen. 

REISE IN DIE UNENDLICHKEIT ist ein durchaus interessanter, skurriler Fantasyfilm mit Horror-Elementen, der sich aber die Chancen entgehen lässt, seine Themen geschickter auszuarbeiten. 

(Bjoern Candidus)

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