RAUMKREUZER HYDRA – DUELL IM ALL
(2+5: MISSIONE HYDRA, Italien, 1966, Regie: Pietro Francisci)
Ein Team aus Wissenschaftlern
untersucht die angebliche Absturzstelle eines Raumschiffs in einem abgelegenen Landstrich auf Sardinien. Mit ihren Messgeräten stoßen sie auf ein Raumschiff, was sich unterhalb der Erde versteckt hält. An Bord: Außerirdische vom Planeten Gamma, die einen Maschinenschaden haben und Hilfe brauchen, um zurück zu ihrem Planeten zu kommen. Nachdem sie Hilfe erfahren haben, entführen sie die Wissenschaftler zum Undank und nehmen sie mit auf eine interstellare Reise.
Da die Italiener im Kino fast kein Thema ausließen, kam es auch zu einer Reihe von Science-Fiction-Filmen und Space-Operas, die in den 60er bis 80er-Jahren produziert wurden. Eine dieser Produktionen ist RAUMKREUZER HYDRA – DUELL IM ALL, der für seine damalige VHS-Auswertung in RAUMSCHIFF TERRA ZUM PLANET DER AFFEN umbenannt wurde. Immerhin gibt dieser Titel einen kleinen Ausblick auf das, was man hier auch erleben darf: Menschen in albernen Affenkostümen. Zwei Jahre später haben 2001 – ODYSSEE IM WELTRAUM und PLANET DER AFFEN das Thema auf ein sehr viel höheres Niveau gehoben. Aber die Affen stellen hier nur ein kleines Kapitel in einer kunterbunten Space Opera dar, die mit einer atmosphärischen Raumschifflandung auf Sardinien beginnt. Ab dem Moment wäre auch eine Invasion von schleimigen Außerirdischen denkbar gewesen, aber stattdessen hat man es mit Humanoiden zu tun, die zumindest eine bessere Kleiderwahl haben. Die Kostüme, die hier aufgefahren werden, sind ganz zauberhaft. Glitzernde Stoffe, schrille Farben und Formen bis in den Fetisch-Bereich bringen Leben in die Inszenierung, was man nicht von allen Darstellern behaupten kann. Vor allem die Herren wirken sehr steif und wenig charismatisch. Neben Roland Lesaffre und Kirk Morris ist auch Gordon Mitchell am Start, der aber nicht viel liefert. Mehr Aufmerksamkeit bekommen die Damen Leontine Snell und Leonora Ruffo, deren Körper in ihren schicken Kostümen besonders zur Geltung kommen. Der Film verbreitet einen unglaublich schönen 60er-Jahre-Charme und braucht keine charakterstarken Figuren, schon gar nicht, wenn die Story so unterhaltsam ist.
Die Inszenierung ist etwas sprunghaft. Anfänglich wechseln die Schauplätze der Forschungsstation in einer Blockhütte und dem Raumschiff unter der Erde hin und her. Später, wenn das Raumschiff zu den Sternen fliegt, entfaltet sich der Film etwas mehr. Untermalt wird das Weltraum-Abenteuer von einem Score von Nico Fidenco.
RAUMKREUZER HYDRA – DUELL IM ALL ist eine charmante 60er-Jahre-Space Opera, die durch ihre Ausstattung in bunten Farben und bizarren Formen zu einem Hingucker wird und somit die halbgaren Charaktere übertüncht.
(Bjoern Candidus)
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