REISE IN DIE URZEIT
(CESTA DO PRAVEKU, Tschechoslowakei, 1955, Regie: Karel Zeman)
Der Fund eines versteinerten Trilobiten führt vier Kinder zu einer Höhle an einem See. Als sie mit ihrem Ruderboot durch den langen Höhlengang fahren, gelangen sie am anderen Ende in die Eiszeit. Sie folgen dem Fluss, der sie immer weiter zurück in die Zeit führt, bis sie das Silur-Zeitalter erreichen.
Der tschechische Film-Regisseur Karel Zeman, der durch seine hervorragenden Trick- und Animations-Effekte weltberühmt wurde und neben Ray Harryhausen zu den Meistern seines Faches gehört, wandelt hier auf Spuren von Jules Verne, Edgar Rice Burroughs und Co und liefert die mitunter schönsten Dinosaurier- und Säugetier-Modelle ab, die ich bisher gesehen habe. Die fließenden Bewegungen sind erstaunlich und das Aussehen so realistisch wie möglich gehalten. Besonders schön ist die Vielfalt der Tiere, die Zeman zum Leben erweckt. In jedem Winkel ist die Liebe zu spüren, mit der Zeman und seine Crew die Urzeit auferstehen lässt.
Ein Mammut, ein Säbelzahntiger und Wollnashörner sind ebenso zu bestaunen wie ein Stegosaurus, ein Styracosaurus, Pterosaurier, ein Brontosaurus und viele weitere. Aber nicht nur die Fauna überzeugt, sondern auch die Flora, die sich mit ihrer urzeitlichen Pracht zeigt. Zeman versucht auch hier, trotz der abenteuerlichen Geschichte, so realistisch wie möglich zu sein, ohne jemals dröge oder langweilig zu wirken. Die urzeitliche Kulisse, die eine Kombination aus Modellen, Gemälden und echter Natur darstellt, schafft eine wundersame Atmosphäre, die mich teilweise an Kevin Connors CAPRONA – DAS VERGESSENE LAND (1974) erinnert hat.
Die vier Kinder, die von Vladimír Bejval, Josef Lukás, Zdenek Hustak und Petr Herrmann verkörpert werden, sind alle samt gut besetzt, nerven nicht und runden das Bild eines nahezu perfekten Kinderfilms (der ebenso für Erwachsene empfohlen ist) ab.
REISE IN DIE URZEIT ist ein ganz phantastischer Film, der voller Liebe für Details steckt und auf kindgerechte Art die Evolution von Flora und Fauna präsentiert.
(Bjoern Candidus)
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