YETI – DER SCHNEEMENSCH KOMMT
(YETI – IL GIGANTE DEL 20 ° SECOLO, Italien, 1977, Regie: Gianfranco Parolini)
In Grönland wird ein in einem Eisblock eingefrorener Yeti mit King Kong – Ausmaße entdeckt. Nach dem man ihn aufgetaut hat, erkundet der Yeti seine neue Umwelt und freundet sich mit zwei Kindern an. Gierig und dumm wie Menschen sind, soll der Yeti fortan als Werbeträge für eine Firma dienen und wird der Öffentlichkeit präsentiert. Dass das nicht gut gehen kann, versteht sich fast von selbst.
Regisseur Gianfranco Parolini (SABATA, 1969) hat hier einem Wesen einen Rahmen geboten, was verhältnismäßig selten auf der Leinwand anzutreffen ist. Ad hoc fallen mir noch THE ABOMINABLE SNOWMAN (1957) aus den HAMMER-Studios und der spanische LA MALDICIÓN DE LA BESTIA von 1975 ein.
Bei dieser teilweise in Kanada gedrehten Produktion darf man große Augen machen, denn das Geschehen ist schon ziemlich bizarr. Wenn man das Aussehen vom Yeti geschluckt hat, der sich als eine Art Reinhold Messner-Bill Kaulitz-Mix präsentiert, hat man das Schlimmste überstanden. Danach kann man sich zurücklegen und entspannt einem charmanten Film folgen, der viel Action bietet. Die Effekte und die Rückprojektionen sind größtenteils recht gut gemacht. Auch bei den Größenverhältnissen hat man meistens ein sicheres Händchen bewiesen. Die Modellhäuser, die der Yeti einreißen darf, wissen zu überzeugen und lassen die Gedanken immer wieder in Richtung Tōhō-Studios gleiten. Ohne Frage ist das Ganze sehr liebevoll gestaltet worden, funktioniert aber natürlich nur, wenn man ein Herz für solche Filme hat.
Auffällig ist auch der großzügige Auftritt des Yetis, denn der bekommt hier sehr viel Spielzeit eingeräumt, in der er sich austoben darf und auch ein Herz für Kinder beweist. Unter den Darstellern findet sich Mimmo Craig als Yeti, und es gibt ein Wiedersehen mit Tony Kendall und Donald O‘Brien. Letzterer ist leider nur kurz dabei. Abgerundet wird das ganze von einem Score von Sante Maria Romitelli.
YETI – DER SCHNEEMENSCH KOMMT dürfte das Herz jedes Monsterfilm-Fans in die Höhe schnellen lassen. Es mangelt zwar an Spannung und hin und wieder stellen sich zähe Momente ein, aber die werden durch viele andere Schauwerte ausgeglichen.
(Bjoern Candidus)
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