DIE VILLA DES WAHNSINNS
(LA MANSIÓN DE LA LOCURA, Mexiko, 1972, Regie: Juan López Moctezuma)
Der Wahnsinn ist grenzenlos, und Regisseur Juan López Moctezuma
(ALUCARDA, 1977) zeigt dies hier in unglaublich bizarren Bildern. Die Story, die frei auf Edgar Allan Poes Geschichte THE SYSTEM OF DOCTOR TARR AND PROFESSOR FETHER basiert, wurde in Bereiche getragen, die einen unweigerlich an Filme wie EL TOPO (1970), VIVA LA MUERTE (1971) oder THE HOLY MOUNTAIN (1973) erinnern. Kein Wunder, war doch Moctezuma ein Kollege von Alejandro Jodorowsky. Aber auch der italienische MONDO CANDIDO (1975) von Gualtiero Jacopetti und Franco Prosperi kam mir in den Sinn. Also alles Filme, die die Grenzen des Konventionellen einreißen.
Aber um was geht es eigentlich?
Es geht um eine psychiatrische Anstalt, in dem Fall eine riesige Burg in einem Wald in Frankreich (gedreht wurde in Mexiko), in der ein gewisser Doktor Maillard (Claudio Brook) alles in der Hand zu haben scheint. Seine Methode: ermutige die Patienten, ihre Launen und Vorlieben zu erforschen. Dem Journalist Gaston LeBlanc (Arthur Hansel), der sich von Doktor Maillards Methoden überzeugen will, wird schnell klar, dass hier etwas nicht stimmt.
Die Details, die einem hier entgegen geschleudert werden, sind so vielseitig, dass sich einem der Film bei einer ersten Sichtung kaum ganz erschließen wird. Wo man hinguckt, darf das Herz für Absurditäten und bizarren Auswüchsen in der Brust tanzen. Das Tempo der Inszenierung ist rasant, die Fotografie großartig, die Ausstattung und Kostüme herausragend. Obwohl hier viele verstörende Momente auf das Auge warten, ist die Stimmung eher aufgelockert. Schwarzer Humor statt Schrecken, könnte man erstmal meinen, doch sicher sollte man sich hier nicht fühlen.
DIE VILLA DES WAHNSINNS ist kraftvoll in Inhalt, Form und Ausdruck. Ein zauberhafter, surrealer Trip.
Viva la Mexico!
(Bjoern Candidus)
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