MANIAC COP 3
(MANIAC COP 3: BADGE OF SILENCE, USA, 1992, Regie: William Lustig)
Nachdem der Polizist Matt Cordell verleumdet, inhaftiert und getötet wurde, machte er als „Maniac Cop“ die Straßen von New York City unsicher, um Rache an der Polizei zu nehmen, die sein Leben zerstört hat. Doch Detective Sean McKinney erledigte die Angelegenheit und konnte am Ende sogar Matt Cordells Namen reinwaschen, bevor der ein zweites Mal starb.
Doch Matt Cordell soll nicht lange ruhen. Ein Voodoo-Priester lässt Cordell wieder auferstehen. Kurz vorher kommt es in New York City zu einer Schießerei in einem Geschäft mit einigen Toten und Verletzten. Unter anderem wird auch eine Polizistin schwer verletzt, der man die Schuld für den Schusswechsel geben will. Doch da die nun im Koma liegt, muss sich Matt Cordell um die Angelegenheit kümmern und will die Wahrheit ans Licht bringen, auf seine spezielle Art. Wieder übernimmt Detective Sean McKinney den Fall, der ihn in ein Krankenhaus führt, in dem Cordell blutig wütet, um die Polizistin zu befreien.
Um den recht wirren MANIAC COP 3 besser zu verstehen, muss man ein Blick auf die Produktionsumstände werfen. Die Story von Larry Cohen sah nämlich einen dunkelhäutigen Hauptdarsteller vor, der den Detektive-Part von Robert Devi als Sean McKinney einnehmen sollte. Die japanischen Verleiher wollten hingegen Devi aus MANIAC COP 2 (1990) zurück. Das führte dazu, dass einige Inhalte des Drehbuchs mit einem weißen Detective in Harlem keinen Sinn mehr ergaben. Änderungen wurden vorgenommen, Füllszenen kamen hinzu, die von Produzent Joel Soisson inszeniert wurden, und die eigentliche Vision von Lustig / Cohen verpuffte. Seit der Bluray-Veröffentlichung im Jahre 2013 hat Lustig seinen Namen aus dem Vorspann gestrichen und durch Alan Smithee ersetzt.
MANIAC COP 3 startet ganz gut.
Das offene Grab von Matt Cordell ist zu sehen, während ein Voodoo-Priester ein Ritual vollzieht, was Cordell wieder auferstehen lässt. Diesen sieht man dann auch direkt, wie er den Polizeiknüppel schwingend erneut die Straßen von New York City bewandert. Rein optisch gibt es hier gar nichts zu meckern. Der Film sieht in etwa genauso qualitativ aus wie der zweite Teil. New York City bei Nacht ist auch hier wieder gut eingefangen, doch die meiste Zeit hält man sich auf den Fluren eines Krankenhauses auf. Im Grunde bedient sich der dritte Teil den gleichen Zutaten wie seine Vorgänger. Es gibt Auto-Action, Explosionen, Feuer, Schießereien und viele Tote. Dafür lässt der Film eine schlüssige Story vermissen, was auf die genannten Umstände zurückzuführen ist. Außerdem kann sich leider nur Robert Devi als Detective behaupten, denn alle anderen Figuren bleiben blass. Ich klammere mal die Gasstars, wie Robert Forster, Ted Raimi und Paul Gleason aus, die ohnehin nur kurz im Bild sind. Den weiblichen Part bekleidet Caitlin Dulany als Dr. Susan Flower, die im Grunde nur als Love Interest für Detective Sean McKinney dient. Zumindest kann sich Jackie Earle Haley als Killer-Junkie behaupten. Und dann wäre da noch Robert Z‘Dar als Matt Cordell, der jetzt plötzlich auch noch für andere Rache verübt und sich am Ende von einer ganz anderen Seite zeigt. Hätte er es mal gelassen. Konnte mich sein Charakter schon in den Vorgängern nicht gänzlich überzeugen, ertrinkt er hier beinahe. Was man der Inszenierung trotz aller Sprunghaftigkeit und Füllszenen (teilweise Rückblicke aus dem Vorgänger) zugute halten muss: die Horror-Szenen sind mehr vertreten und bauen etwas mehr Spannung auf. Dafür ist der Action-Anteil geringer und darf sich erst im letzten Drittel entfalten.
Auf einen Score von Jay Chattaway muss, wie auch auf das Maniac Cop-Thema verzichtet werden. Er wird diesmal von Joel Goldsmith vertreten, der zumindest solide Arbeit geleistet hat.
MANIAC COP und MANIAC COP 2 funktioniert sehr gut als Dilogie mit einem Anfang und einem Ende. MANIAC COP 3 ist der unnötige Kropf, der aber immerhin kurzweilig, hart und atmosphärisch ist.
(Bjoern Candidus)
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