DIE SPUR DER BESTIE
(TORMENT, USA, 1986, Regie: Samson Aslanian und John Hopkins)
Detektiv Michael Courtland jagt einen Serienmörder, der in San Francisco seit Wochen eine blutige Spur hinter sich herzieht. Seine Opfer: Frauen, die er scheinbar wahllos aussucht. Dann legt er seinen Fokus auf Courtlands Verlobte Jennifer, die vorübergehend in der Villa ihrer zukünftigen Schwiegermutter verweilt.
Samson Aslanian und John Hopkins haben hier gemeinsam ihren einzigen Film gedreht. Beide haben aber durchaus in anderen Produktionen hinter der Kamera gearbeitet. Auch wenn sie mit DIE SPUR DER BESTIE nichts wirklich Neues kredenzen, bieten sie dennoch grundsolides Home-Invasion-Serienmörder-Kino, was trotz ausgelatschter Story frisch wirkt. Das liegt zum einen an der guten Kameraarbeit von Stephen Carpenter und dem unheimlichen Score von Christopher Young (HELLRAISER, 1987), der hier klingt, als wollte er seinen NIGHTMARE ON ELM STREET 2 – Score fortsetzen, zum anderen an den Darstellern. Hier sei William Witt als Killer zu erwähnen, der sich nicht hinter einer Maske versteckt oder von 100 Metern Entfernung aussieht, als würde er einen fressen wollen. Nein, er sieht wie ein normaler Mann aus, der eine ungünstige Neigung hat. In der deutschen Fassung wird er im Übrigen von Norbert Gastell synchronisiert, was der Figur ein bisschen mehr Leid einhaucht. Ebenfalls gut gecastet: Serien-Gesicht Eve Brenner als Mrs. Courtland. So ungewöhnlich wie der Killer ist, ist auch der Detective. Der wird von Warren Lincoln verkörpert, der als kleiner Mann mittleren Alters mit langem, lockigen Haar, eine ungewöhnliche Figur abgibt, aber auch verhältnismäßig wenig Spielzeit eingeräumt bekommt. Taylor Gilbert bleibt als seine Geliebte Jennifer hingegen recht blass.
Was mir besonders positiv aufgefallen ist: Die ruhige Art der Inszenierung und die düstere Atmosphäre des Hauses. Man könnte meinen, man hätte es mit einer 70er-Produktion zu tun, die nur hin und wieder ihr wirkliches Jahrzehnt verrät. Ist man hier anfänglich noch in der Stadt, bewegt man sich im weiteren Verlauf in einer Villa, die den Film zu einer Art Kammerspiel werden lässt. In den besten Momenten kommt auch richtige Spannung auf, besonders im letzten Drittel.
Es gibt die ein oder andere Länge, aber die positiven Aspekte überwiegen und machen DIE SPUR DER BESTIE zu einem sauber inszenierten Psychopathen-Thriller, der immer mehr an Fahrt zulegt bis hin zu einem terrorreichen Finale.
(Bjoern Candidus)
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