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Diary of the Dead, 2007 – ★★

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

DIARY OF THE DEAD
(USA, 2007, Regie: George A. Romero)

Eigentlich wollten Jason und eine Gruppe von Filmstudenten einen Horrorfilm in den Wäldern von Pennsylvania drehen, doch plötzlich erfahren sie übers Radio, dass es zu Zwischenfällen kommt, in denen sich tote Menschen erheben und die lebenden angreifen. Aus Angst und Sorge um ihre Eltern, brechen sie den Dreh ab, um nach Hause zu fahren. Auf dieser Fahrt werden sie Zeuge von der Katastrophe, die auf die Menschheit einbricht. Die Untoten greifen nach den Lebenden. 

Mit LAND OF THE DEAD (2005) hat George A. Romero bewiesen, dass er auch im 21. Jahrhundert noch fähig war, einen ordentlichen Zombiefilm abzuliefern. Die dichte Atmosphäre seiner Vorgängerfilme konnte er zwar nicht erreichen, aber inhaltlich hat er seiner Zombiewelt erneut neue Aspekte und Perspektiven spendiert. Auch mit DIARY OF THE DEAD hat er den Nerv der Zeit getroffen und sich diesmal auf das Internet, Blogger und die Found-Footage-Digi-Wackel-Kamera-Ästhetik eingelassen. Alternative Medien, alternative Berichterstattung und Misstrauen den Regierungen gegenüber sind heute aktueller denn je.

Dass ich kein großer Freund von Found-Footage-Horrorfilmen bin, kann ich DIARY OF THE DEAD nicht vorwerfen, aber durch den permanenten Digitallook werden jegliche Gefühle getilgt, die Romeros Filme sonst ausmachen. Obwohl durch die Live-Berichterstattung ein Gefühl von Realität erzeugt wird, wird das ganze wieder abgeschwächt, wenn man es mit CGI-Gore-Effekten zu tun bekommt. Die sind gnädigerweise sehr kurz gehalten, aber verraten sich dennoch sofort. Aber das ist nur ein ästhetisches Problem. Viel schlimmer sind die belanglosen, austauschbaren Figuren, die Romero hier angekarrt hat. Gerade in Charakterzeichnungen war Romero immer sehr gut und hat sich allein dadurch vom Gros der Horrorfilme abgesetzt. Hier bekommt man es lediglich mit langweiligen Figuren zu tun, deren Schicksal mir ziemlich egal war. Es tauchen auch viel zu viele Figuren auf, um sich auf irgendwen vernünftig konzentrieren zu können, zumindest versucht es Romero in Ansätzen. 

Was mir ganz gut gefallen hat, ist der Roadmovie-Aufbau. Romero ist darauf bedacht, nach vorne zu steuern und präsentiert immer wieder kleine Abschnitte, in den das Ensemble vor neue Herausforderungen gestellt wird. Dabei begegnen sie u.a. einem hilfsbereiten Amish-Bauern oder der Nationalgarde, die sie ausraubt. Auch der Action-Anteil ist relativ hoch, konnte mich aber nicht groß überzeugen. Das ländliche Setting hat mir sehr gut gefallen, was man von Romeros Filmen ja gut kennt. Aber auch hier steht der Digitallook im Weg. 

DIARY OF THE DEAD hätte unter anderen Voraussetzungen ein weitaus besser Film werden können. So ist es ein inhaltlich interessanter Film, der mit vielen hässlichen Äußerlichkeiten zu kämpfen hat und so aussieht, wie zahlreiche andere Zombiefilme jener Tage. Immerhin rennen die Zombies nicht. 

(Bjoern Candidus)

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Messiah of Evil, 1974 – ★★★★½→

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