HERRSCHER DER HÖLLE
(THE DUNGEONMASTER, USA, 1984, Regie: David Allan, Charles Band, John Carl Buechler, Michael Karp, Peter Manoogian, Ted Nicolaou, Steve Stafford, Rosemarie Turko)
Der Computerspezialist Paul und seine Freundin Gwen werden von Mestema, dem Teufel höchstpersönlich, in die Hölle geholt. Mestema langweilt sich und erklärt Paul, was Sache ist: entweder er gewinnt die Aufgaben, die vor ihm liegen oder die Seelen der beiden Sterblichen gehen in die Hände des Herrschers der Hölle.
Paul hat gar keine Wahl und wird auf der Stelle in sein erstes Abenteuer geschickt.
HERRSCHER DER HÖLLE stammt aus der Anfangszeit von Charles Band Produktionsschmiede Empire International Pictures und gibt hier bereits eine Art Vorschau auf das, was in den folgenden Jahren auf die Zuschauer zukommen wird: bunte Fantasywelten, kleine und große Monster, verrückte Wissenschaftler, Zeit- und Dimensionsreisen.
Und so erwarten ein hier Monster, Dämonen, Zwerge, ein Serienmörder, Zombies, ein Stop-Motion Steinriese, zwei bunte Zeichentrick-Drachen, Laser-Effekte, Nebel, Kristalle, Wälder, Wiesen, Berge, Höhlen und noch viel mehr. Die Ausstattung ist rundum gelungen, die Studiokulissen machen was her und die Ausleuchtung in vielen bunten Farben verleiht dem Ganzen etwas märchenhaftes. Aber man befindet sich ja auch in einem Heldenepos.
Nicht nur inhaltlich ist HERRSCHER DER HÖLLE ein Sammelsurium an bekannten Motiven der uns realen (Albert Einstein und Jack the Ripper sind kurz im Bild) und fiktiven Welt, sondern auch hinter den Kulissen sind viele Bekannte anzutreffen, die teilweise auch später zu Full Moon Entertainment – Zeiten eine Rolle spielen werden. Da wären David Allen (PUPPET MASTER 2, 1990), John Carl Buechler (TROLL, 1986), Michael Karp (div. Arbeiten, z.B. ROBOCOP, 1987 / ABYSS, 1989), Peter Manoogian (DESTROYERS, 1986), Ted Nicolaou (SUBSPECIES, 1991), Steve Stafford (DOUBLE EDGE, 1992) und Rosemarie Turko (UNDERGROUND IN L.A., 1983). Die drei Hauptfiguren werden von Jeffrey Byron als Paul Bradford,
Leslie Wing als Gwen Rogers und
Richard Moll als Mestema dargestellt. Während Jeffrey Byron offensichtlich versucht, als Held alles zu geben, hängt Leslie Wing die meiste Zeit nur angekettet an einem Felsen oder ist anderweitig in Gefahr. Sehr gut gefallen hat mir Richard Moll als Herrscher der Hölle. Er hat eine intensive Ausstrahlung und wurde stark in Szene gesetzt. Die vier Bandmitglieder der Heavy Metal – Band W.A.S.P. sind ebenfalls am Start, und wer genau hinguckt, erkennt auch Phil Fondacaro.
Erstnehmen sollte man das Ganze natürlich nicht. Alles ist überzogen, überdreht und leider verdammt spannungsarm. Ich habe mich aufgrund der vielen bunten Attraktionen nie gelangweilt, und wenn nicht gerade in der Hölle geredet wird, steht die Inszenierung kaum still, aber mitgerissen hat mich die Story leider gar nicht.
HERRSCHER DER HÖLLE wirkt so, als hätte man eine Tonne mit 80er-Jahre-Actionfiguren unterschiedlichster Franchise-Linien ausgeschüttet, um irgendwas mit ihnen zu erzählen.
Alles ist etwas zu überladen, aber es sieht immer ansprechend aus.
(Bjoern Candidus)
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