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Greta, the Mad Butcher, 1977 – ★★★★

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

GRETA – HAUS OHNE MÄNNER (Schweiz, 1977, Regie: Jess Franco)

Irgendwo im südamerikanischen Dschungel leitet die sadistische und sexhungrige Dr. Greta del Pino eine Art Klinik und Besserungsanstalt in einem für psychisch gestörte Sexualverbrecherinnen. Immer wieder kommt es zu schweren Misshandlungen, die mitunter zum Tode führen. Die Einrichtung steht in der Kritik, doch da man keine Beweise oder Zeugen für die Missstände findet, wird eine Untersuchung abgelehnt. Mithilfe eines Arztes, dem die Einrichtung ein Dorn im Auge ist, lässt sich Abbie Phillips in dieser einweisen, um herauszufinden, was mit ihrer Schwester geschehen ist, die ebenfalls dort eingewiesen wurde und von der jede Spur fehlt.

Jess Franco ist zurück im Frauengefängnis, auch wenn es strenggenommen eine Klinik und Besserungsanstalt ist. Doch wo Dyanne Thorne das Sagen hat, haben Frauen nichts zu lachen, was sie dreimal in ihrer Rolle als Ilsa bewiesen hat. Und so weicht auch ihre Rolle als Greta kaum ab. Dass Dyanne Thorne hier überhaupt von der Partie ist, hat Produzent Erwin C. Dietrich den kanadischen Geldgebern zu verdanken, die Francos Film dort als vierten ILSA-Film vermarktet haben. Doch ob als Ilsa, Greta oder Christel, Dyanne Thorne dreht hier wieder komplett am Rad, und Franco hat hier einen seiner stärksten Filme abgeliefert. Das trifft sicherlich nicht auf die Story zu, aber die Form und die Darsteller haben mich sofort begeistert. Fotografiert wurde der Film von Ruedi Küttel, der es sehr gut verstanden hat sowohl die Gesichter als auch die Settings einzufangen. Alles ist perfekt aufeinander abgestimmt, und durch die gelblichen bis bräunlichen Farbtöne wird die unangenehme Aura der Klinik vortrefflich unterstrichen. Alles wirkt alt, miefig und dem Tode geweiht. Wenn hier nicht gerade Lesbensex stattfindet, der in francotypische sadomasochistische Bereiche abdriftet, geht es hier äußerst sadistisch zur Sache. Folter mit Stromstößen, vaginale Verletzungen durch Säure oder Erstickung mittels Plastiktüte drücken die Stimmung der Insassinnen. Die linguale Reinigung von Lina Romays After, nach dem Stuhlgang, die von Tania Busselier als Abbie ausgeführt wird, ist allerdings der wirkungsvollste Moment. Manchmal bin ich sprachlos. Aber diese Sprachlosigkeit, die bei Francos Filmen immer wieder einsetzt, macht sein Werk mitunter aus. Man weiß nie, was man als Nächstes bekommt, und dann kommen wieder drei Filme, die sich kaum voneinander unterscheiden. Und so abwechslungsreich und umfangreich, wie seine Filmographie ist, ist auch die Liste der Menschen, die schon für ihn vor der Kamera standen. Dyanne Thorne thront hier natürlich über alle. Sie braucht nur zu gucken, um den Raum mit Wahnsinn zu füllen. Francos Lebensgefährtin Lina Romay ist als Juana, Spitzel und Sexspielzeug von Greta zur Stelle, während Franco selbst in die kleine Rolle von Dr. Arcos schlüpft. Tania Busselier als eingeschleuste Abbie Phillips geht hingegen ziemlich unter. 

GRETA – HAUS OHNE MÄNNER ist eine schöne Sexploitation-Perle, die nicht nur sadistische Schauwerte bereithält, sondern auch visuell und darstellerisch überzeugt. 

(Bjoern Candidus)

←Cave of the Living Dead, 1964 – ★★½
Hot Summer Week, 1972 – ★½→

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