DIE UNHEIMLICHEN ZWEI
(MYSTERIOUS TWO, USA, 1982, Regie: Gary Sherman)
Zwei Außerirdische in Gestalt eines alten Ehepaars kommen auf die Erde und lassen sich in einer kleinen Wüstenstadt nieder. Dort versuchen sie die Menschen von einem neuen Leben mit ewigem Frieden im Universum zu überzeugen. Dafür müssen sie ihr ganzes Hab und Gut aufgeben, sich frei machen vom unnützen Ballast und ins Licht mitkommen, was sie von der Erde befreien wird. Und die Sache findet Anklang unter den Menschen, zumindest in dem Kaff. Der Sheriff und sein bester Mann Boone hält die Sache für eine Massenpsychose, die er mit Hilfe von Ted und Tim abstellen möchte. Doch, sie unterschätzen die Macht, die hinter den Dingen steckt.
Was nach einem Invasions-Sci-Fi-Horrorfilm im Stil von INVASION VOM MARS (1953/86) klingt, der ganz leicht den liebevollen Irrsinn von THE VISITOR (1979) von Giulio Paradisi streift, nur dass hier definitiv Franco Nero als Jesus fehlt, ist leider ein ganz maues, kaum definierbares Etwas. Es ist zwar lobenswert, dass Regisseur Gary Sherman mal einen anderen Ansatz wählt, aber er lässt ihn in Langeweile verkommen. Das ist besonders bedauerlich, weil er mit seinen drei vorangegangenen Filmen TUNNEL DER LEBENDEN LEICHEN (1972), TOT & BEGRABEN (1981) und NACHTRATTEN (1982) drei Mal ins Schwarze getroffen hat. Im Vergleich dazu fällt er hier in einen Abgrund. Zwar schafft er ein Mittelmaß an düsterer Atmosphäre, doch die Sauerstoffarmut der Inszenierung ist allgegenwärtig. Konnte er in TOT & BEGRABEN mit vielen interessanten Figuren hervorragend einen Kleinstadt-Kosmos aufbauen, ist einem hier jeder egal, selbst Robert Englund, der wieder am Start ist. John Forsythe und Priscilla Pointer als außerirdisches Paar erwecken keinen großen Eindruck, und der bestens mit Außerirdischen vertraute Jerry Hardin (AKTE X, 1993) ist nur im Hintergrund zu sehen. Der Rest setzt sich vor allem aus TV-Serien-Darstellern zusammen, denn schließlich hat man es ja auch mit einem Fernsehfilm zu tun, was für mich einiges erklärt.
Aber das Schlimmste ist die furchtbare Melodie von James Stephens, der als Tim Armstrong, ständig Querflöte spielt und dafür sorgt, dass die Eintönigkeit der Inszenierung noch mehr zu spüren ist.
DIE UNHEIMLICHEN ZWEI sind unheimlich langweilig, nutzen den esoterischen Ansatz nicht, der hier zumindest inhaltlich noch etwas hätte reißen können, dienen aber möglicherweise Menschen mit Einschlafproblemen.
(Bjoern Candidus)
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