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Rollerball, 1975 – ★★★★

Verfasst von

marco-fritz

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Rezensionen

ROLLERBALL*
(USA, 1975, Regie: Norman Jewison)

Im Jahr 2018 wird die Welt nur noch von Großkonzernen regiert, Nationen gibt es nicht mehr. Die Individualität des Volkes ist nahezu ausgemerzt. Nur noch wenige Privilegierte herrschen über das System. Statt Kriege zu führen, werden Auseinandersetzungen nur noch auf sportliche Art gelöst – durch „Rollerball“. Jonathan E. (Caan) ist ein ungeschlagener Weltmeister, doch ihm legt man plötzlich nahe auszusteigen. Doch was steckt dahinter?

Mit ROLLERBALL hat Regisseur Norman Jewison William Harrisons Kurzgeschichte adaptiert, aus dessen Feder auch das Drehbuch stammt. 

Der Film ist ein weiterer Beitrag dystopischer Aussichten des 70er-Jahre-Kinos. Das Design ist kalt und steril, verrät aber zu jeder Sekunde die Zeit, in der es entstand. Die weitläufigen Sets mit ihren Weiß- und Grautöne sind sehr ausladend und unterstreichen sehr gut die unangenehme Gesellschaft, die hier dargestellt wird. Die Figuren sind nervös gezeichnet, und mit James Caan hat man hier einen glänzenden Darsteller, der als Kämpfer gut in diese Welt passt, um ihr entgegenzutreten. Der Sport ist alles, der Mensch als Individuum überflüssig. Die actionreichen Sportszenen sind versiert inszeniert und machen Spaß beim zuschauen, und dafür muss man kein Freund von Wettkämpfen sein.

Die ganze Atmosphäre ist aufgeladen von Aggression. Alles und jeder ist hier unangenehm und negativ. Neben Caan gesellen sich John Houseman, John Beck und Maud Adams, die wunderbar in die feindliche Welt von ROLLERBALL passen. Neben dem Score von André Previn zeigt sich dieser, mit Hilfe des London Symphony Orchestra, auch für die klassischen Stücke verantwortlich, die dem Film eine gewisse Schwere verleihen. 

ROLLERBALL ist ein dichter, erschreckender Ausblick auf eine Welt, der wir uns immer mehr nähern, bzw. längst betreten haben. 

(Bjoern Candidus)

*Podcast-Besprechung bei „Antenne Traumstadt“

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