BLUMEN DER NACHT
(FLOWERS IN THE ATTIC, USA, 1987, Regie: Jeffrey Bloom)
Als sich Corrine entschließt, ihren Cousin zu heiraten, wird sie von ihren strenggläubigen Eltern verstoßen. Als ihr Ehemann bei einem Autounfall stirbt, verliert Corrine und ihre Kinder das Haus. Nach 17 Jahren kehrt sie mit ihren vier Kindern zurück ins Haus ihrer Eltern. Die Stimmung ist angespannt und kippt komplett, als die Großmutter ihre Enkelkinder auf den Dachboden einsperrt. Mit harter Hand wird hier regiert, und seitens Corrine ohne großen Widerstand zu leisten. Während ihre Kinder immer mehr unter der Situation leiden, verliert ihre Mutter scheinbar immer mehr das Interesse an ihren Kindern. Doch die kommen immer mehr hinter den Plan, den ihre Mutter schmiedet.
Jeffrey Bloom (BLOOD BEACH, 1980) hat hier den gleichnamigen Roman von Virginia C. Andrews aus dem Jahre 1979 adaptiert, der so erfolgreich war, dass ihm vier Fortsetzungen folgten. Die Grundidee dieses Psycho-Thrillers ist durchaus interessant, aber sie ist teilweise zu konstruiert und unlogisch. Das wird vor allem der Tatsache geschuldet sein, dass man einige Änderungen gegenüber des Romans vornehmen musste. Auf die sadomasochistischen und inzestuösen Bereiche wurde weitestgehend verzichtet, die das Verhalten der Figuren sicherlich besser hätten erklären können. Dabei liegt Potential in der Luft, denn Louise Fletcher (EINER FLOG ÜBER DAS KUCKUCKSNEST, 1975) ist als garstige Großmutter am Start. Zumindest bringt sie mehr Schwung in die Sache als Victoria Tennant (SAMEN DES BÖSEN, 1981) als Corrine, Kristy Swanson (Buffy im Buffy-Film BUFFY, DER VAMPIRKILLER, 1992) als ihre Tochter und der Rest der Kinder. Leonard Mann (TERROR EYES, 1981) verkommt ganz am Rande auch noch. Obwohl der Film gut fotografiert wurde, bleibt er sehr schlicht und ist zu hell ausgeleuchtet, um Atmosphäre aufzubauen. Das riesige Herrenhaus macht zwar einiges her, wird aber zu wenig genutzt. Man konzentriert sich auf wenige Räume, in denen viel geredet wird. Zumindest kann Christopher Young, der sich im gleichen Jahr mit seinem HELLRAISER-Score verewigt hat, ein bisschen die Stimmung retten.
BLUMEN DER NACHT hat interessante Ideen, sieht ordentlich aus, aber verschenkt viel Potential, vermutlich seitens der Grenzen, die Jeffrey Bloom einzuhalten hatte.
(Bjoern Candidus)
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