KILLER STERBEN EINSAM
(I GABBIANI VOLANO BASSO, Italien, 1978, Regie: Giorgio Cristallini)
Martini will vor einem Untersuchungsausschuss seine Partner ans Messer liefern. Um ihm zuvor zu kommen, beauftragen Micheli und Calvi einen Auftragskiller aus den USA, der Martini entsorgen soll. Doch nichts läuft wie geplant, und so verschieben sich plötzlich die Fronten, was für den Amerikaner zu einer lebensbedrohlichen Situation führt.
Regisseur Giorgio Cristallini schickt hier Maurizio Merli als großen Blonden mit dickem Revolver ins Rennen, was erst mal nicht ungewöhnlich ist. Nach 30 Minuten kommt es aber zu einer äußerlichen Veränderung. Der Schnauzer kommt ab und die Haare wechseln von lang und blond auf kurz und braun. Ein durchaus wirksamer Effekt, um den Auftragskiller mit Vietnam-Vergangenheit, den Merli hier spielt, äußerlich zu verändern. Auch wenn Merli nie das Charisma eines Franco Neros erreicht, ist er doch immer gern willkommen, um eine ähnliche Rolle auszufüllen. Weibliche Unterstützung kommt von Alain Delons Ex-Frau Nathalie Delon und Dagmar Lassander, während Mel Ferrer als Auftraggeber eine Rolle spielt, die ihm mal wieder auf den Leib geschrieben wurde. Und aus der Reihe „Das-Gesicht-kenne-ich-doch“ ist Franco Garofalo (DIE HÖLLE DER LEBENDEN TOTEN, 1980) ebenfalls dabei. Für den vertrauten, abwechslungsreichen, sehr hörenswerten Score zeichnen sich Roberto Pregadio (DIE NACHT DER ROLLENDEN KÖPFE, 1973), Carlo und Paola Cristallini verantwortlich. Der Film besticht durch schöne Kamerafahrten, experimentelle Bildgestaltungen und zahlreiche Schauplätze unter mediterranem Himmel, die zusätzlich Leben in den actionreichen Gangstertrip bringen.
Leider kann Cristallini die Spannung nicht bis zum Schluss halten; ab der Hälfte gerät der Film etwas ins Wanken. Dennoch bietet KILLER STERBEN EINSAM unter dem Strich genug Zutaten, die man vom italienischen Gangsterkino erwartet.
(Bjoern Candidus)
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