I AM NOT A SERIAL KILLER
(GB, Irland, 2016, Regie: Billy O‘Brien)
John lebt mit seiner alleinerziehenden Mutter und Tante in einer kleinen Stadt, wo sie ein Beerdigungsinstitut betreiben. Doch die Stadt ist in Aufruhr, denn ein Serienmörder treibt sein Unwesen. John, der durch sein soziopathisches Verhalten Angst hat, selbst zum Mörder zu werden, beobachtet den Mörder bei seiner Tat und nimmt schließlich Kontakt zu ihm auf.
Regisseur Billy O‘Brien (ISOLATION, 2005) hat hier einen spannenden Serienmörder-Horrorfilm-Hybrid mit Coming-Of-Age-Zutaten gedreht, der vor allem durch die sympathischen Darsteller auftrumpft. Angeführt wird die Besetzung durch den sehr überzeugenden Max Records (WHERE THE WILD THINGS ARE, 2009) als John Wayne Cleaver, der sich als soziopathischer Teenager sofort in mein Herz gespielt hat. Es macht einfach Spaß, seiner Auffassung der Dinge zu folgen. Zudem ist er schlagfertig, neugierig und gewitzt. Auch seine Mutter, April Cleaver, dargestellt von Laura Fraser und Tante Margaret, dargestellt von Christina Baldwin, sind sympathische Figuren, die ein Beerdigungsinstitut samt Einbalsamierungs-Service betreiben, in dem Max allzu gerne mitarbeitet. Gekrönt wird die Besetzung von Christopher Lloyd, der hier eine ungewöhnlich finstere Rolle einnimmt.
Das Setting, eine US-Kleinstadt, sorgt für eine heimelige Atmosphäre, vor allem, wenn ab der zweiten Hälfte der Schnee fällt. Hier rückt der Film auch immer wieder in die Nähe von Stephen King und seinem Kleinstadt-Kosmos. Insgesamt ist die Inszenierung sehr ansprechend, wurde schön fotografiert und verhält sich nie hektisch.
Spannung, ein paar verstörende Momente, interessante Figuren, eine Prise schwarzer Humor und ein bizarrer, wenn auch streitbarer Twist gegen Ende, machen I AM NOT A SERIAL KILLER zu einem sehr gelungenen, facettenreichen Horrorfilm. Basieren tut das Ganze auf dem gleichnamigen Roman von Dan Wells aus dem Jahre 2009.
(Bjoern Candidus)
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