DIE SCHWARZE MAMBA
(VENOM, GB, 1981, Regie: Piers Haggad)
Der kleine Philip Hopkins holt seine Schlange ab. Bei dieser Art soll es sich um eine harmlose Schlange handeln, die er in seinem Terrarium halten kann. Zur gleichen Zeit planen zwei Kriminelle die Entführung des Jungen im Haus seiner wohlhabenden Familie. Eine dritte Person ist in diesem Plan involviert: das Hausmädchen Louise. Zwar geht der Plan auf, ins Haus zu kommen, den Jungen und zwangsläufig seinen Großvater festzusetzen, aber dann macht ihnen die Schlange einen Strich durch die Rechnung. Die angeblich harmlose Schlange stellt sich nämlich als eine schwarze Mamba heraus, eine der giftigsten Schlangen der Welt. Als Louise von der Mamba gebissen wird, entkommt das Tier und versteckt sich im Haus.
Ursprünglich saß Tobe Hooper auf dem Regiestuhl von DIE SCHWARZE MAMBA, doch nach einigen Drehtagen kam es zu kreativen Differenzen und Hooper packte die Koffer. Kurzfristig übernahm dann Piers Haggad (IN DEN KRALLEN DES HEXENJÄGERS, 1971) die Regie.
Mit Klaus Kinski und Oliver Reed konnte man gleich zwei sehr gute Schauspieler gewinnen, die den Dreh allerdings nicht gerade vereinfachten. Beide kamen miteinander wohl nicht wirklich zu recht, was zumindest auch zu den Rollen passt, die sie hier verkörpern. Aber auch die restlichen Darsteller, wie Susan George, Sarah Miles, Sterling Hayden und Nicol Williamson können sich sehen lassen.
Aber DIE SCHWARZE MAMBA wird nicht nur durch die Besetzung und durch die geschickte Kombination aus Entführungs-Thriller- und Tier-Horrorfilm-Elementen zu einem sehenswerten Film. Bereits von Beginn an, wo die Inszenierung durch Außendrehs noch etwas weitläufiger ist, bevor sie zu einem beklemmenden Kammerspiel wird, zeichnet sich die ordentliche Fotografie von Gilbert Taylor ab, die auch im späteren Verlauf noch an Wirkung zulegt. Die Mamba wurde sehr wirkungsvoll eingefangen, bekommt ein paar richtig gute Biss-Attacken spendiert und lässt den Zuschauer immer wieder durch ihre Ego-Perspektive blicken. Das sorgt für einige spannende Momente. Die Gefahrenlage ist hier überall zu spüren. Draußen ist das Haus umstellt von der Polizei, drinnen ist die Mamba los und eine Geiselnahme findet statt, ausgeführt von zwei Kriminellen, die die Kontrolle über die Situation verlieren. Haggad gelingt es, all das gut zu verarbeiten und lässt bei der Fülle von Problemen keine Langeweile aufkommen. Abgerundet wird das Ganze mit einem Score von Michael Kamen, der die düsteren Bilder passend untermalt.
DIE SCHWARZE MAMBA ist ein spannendes Thriller-Kammerspiel mit guten Darstellern und einem hochgiftigen Tier, was glänzend inszeniert wurde. Die fragwürdigen, teils unlogischen Momente, fallen kaum ins Gewicht, da der Unterhaltungsfaktor ohnehin gewichtiger ist.
(Bjoern Candidus)
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