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Coogan’s Bluff, 1968 – ★★★★

Verfasst von

marco-fritz

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Rezensionen

COOGANS GROSSER BLUFF
(COOGAN‘S BLUFF, USA, 1968, Regie: Don Siegel)

Walt Coogan, ein Deputy Sheriff aus Arizona, bekommt den Auftrag, den Verbrecher James Ringerman von New York zurück nach Arizona zu bringen. Doch als Coogan New York erreicht und seinen Auftrag erledigen will, wird Ringerman in ein Polizeikrankenhaus eingeliefert, weil er auf einem LSD-Trip ist, was einen Transport so lange unmöglich macht, bis der Oberarzt sein OK gibt. Aber Coogan will keine Zeit verstreichen lassen und bekommt Ringerman mit einem Bluff frei, was ihm kurze Zeit später zum Verhängnis wird. Ringermans Freunde können Coogan überwältigen und abhauen. Für Coogan beginnt eine Verbrecherjagd quer durch New York City. 

Clint Eastwoods zweiter Film nach seiner Rückkehr vom Italowestern ins US-Kino entstand unter der Regie von Don Siegel. Mit EIN FRESSEN FÜR DIE GEIER (1970) folgte hiernach ein Western im Italo-Style und 1971 DIRTY HARRY. COOGANS GROSSER BLUFF ist quasi eine Mischung aus den beiden Filmen. Eastwood ist wie bei Leone wortkarg, griesgrämig, aber lässt sich nicht aus der Ruhe bringen bis er dann doch zuschlägt oder einen einfach erschießt. Und er ist natürlich stets sexy. 

Die am Anfang gezeigte Mojave-Wüste bringt natürlich sofort den Western ins Spiel, und es dauert auch nicht lange, bis sich Clint Eastwood zeigt. Statt mit einem Pferd durch die Wüste zu reiten, fährt er hier mit dem Jeep und ist auf der suche nach einem Navajo; dazu weicht der Zigarillo einer Zigarette. Sein zynisches bis menschenfeindliches Verhalten und sein unglaublich charakterstarkes Gesicht und Spiel mit den Augen wurde bereits durch Leones Dollar-Trilogie geprägt und mit DIRTY HARRY (1971) zur Vollendung gebracht. Der Mann ist eine Wucht, und hier ist es nicht anders. Doch fast tat er mir etwas leid als Landei, was ständig für einen Texaner gehalten wird, denn die Großstadt verträgt sich so gar nicht mit seiner Auffassung. Dass gerade Coogan vom moralischem Verfall abgeschreckt wird, macht die Sache natürlich doppelt interessant. Dieser Umstand sorgt immer wieder für ein paar humorvolle Momente, die COOGANS GROSSER BLUFF guttun. Aber nicht nur Eastwood glänzt in seiner Rolle, sondern auch der wunderbare Lee J. Cobb, der hier, wie in DER EXORZIST (1973), auch einen Lieutenant spielt und seinen Charme verbreitet. Also beste schlechte Laune durch die Bank. James Ringerman wird von Don Stroud dargestellt, der kaum Eindruck erweckt. Die kleine Romanze, die sich für Coogan ergibt, findet mit Susan Clark als Sozialarbeiterin Julie Roth statt. Dadurch kann Coogan zumindest auch noch andere Charakterzüge zeigen, denn in seinem Kern steckt kein schlechter Mensch. 

Siegel sorgt natürlich auch für Action, wenn Ringerman auf der Flucht ist. Ein Westernsaloon weicht einer Bar, in der Eastwood erstmal fleißig aufräumt. Statt sich mit Pferden durch die Prärie zu verfolgen, jagt man sich auf Motorrädern durch den Central Park. Der Western blickt immer wieder durch den Polizeifilm durch und genau das macht COOGANS GROSSER BLUFF auch zu einem sehr unterhaltsamen Film. Die Mischung macht es aus. Die Figuren bekommen viel Raum, während der Action-Anteil wohl dosiert ist. Abgerundet wird die Inszenierung mit einem Score von Lalo Schifrin. 

Obwohl die eigentliche Prämisse gar nicht viel verspricht, ist COOGANS GROSSER BLUFF ein kurzweiliger, rundum gelungener Film, mit einem tollen Clint Eastwood. 

(Bjoern Candidus)

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Buried Alive, 1990 – ★★½→

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