Zum Inhalt springen
  • Startseite
  • Episoden
  • Rezensionen
  • Über uns
  • Wo Ihr uns findet
  • Kontakt

Sightseers, 2012 – ★★★★

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

SIGHTSEERS
(GB, Frankreich, 2012, Regie: Ben Wheatley)

Das frisch verliebte Pärchen Chris und Tina machen mit ihrem Wohnmobil Urlaub in Nordengland. Dabei entdeckt Chris, der eigentlich sein erstes Buch schreiben will, dass man Menschen, die in seinen Augen unwert sind, am besten umbringt. Tina muss er nicht groß überzeugen; sie hält Mord sogar für ökologisch. Gemeinsam gehen sie auf eine mörderische Tour. 

Ben Wheatley, der mit KILL LIST (2011) sofort mein Herzen erreichen konnte, liefert mit SIGHTSEERS eine schwarze Komödie im Rahmen eines Roadmovies mit teils sehr brutalen Szenen. Dialoge und Situationskomik der feinsten Sorte stehen auf dem Programm. Viele der Situationen und Charaktere sind aus dem Leben gegriffen, wirken authentisch und nachvollziehbar, und genau dadurch gewinnt Wheatleys Film. Die Wenigsten können sich vermutlich davon freisprechen, gedanklich nicht mal den ein oder anderen zu vermöbeln, wenn er es verdient hat. Chris und Tina setzen genau das um, und zwar ohne Grenzen. Menschen werden überfahren, aus großer Höhe in den Tod gestoßen oder es werden ihnen einfach die Köpfe eingeschlagen. Und wenn sie keinen Grund haben, erfinden sie einen. Das ein oder andere Mal musste ich an John Dall aus COCKTAIL FÜR EINE LEICHE (1948) denken, der sich auch alles schön zurecht legen konnte. Noch mehr drängt sich aber eine Art NATURAL BORN KILLERS (1994) auf Komödien-Basis auf. Auch hier gibt es am Rande eine mediale Berichterstattung, denn schließlich stapeln sich irgendwann die Leichen auf der Route von Chris und Tina. Polizeiarbeit gibt es hier nicht, denn die Morde werden ja schließlich als Unfälle getarnt. In erster Linie konzentriert sich die Inszenierung auf das Pärchen und ihren Begegnungen mit ihren Opfern, die sie bei ihren Stationen kennenlernen und schließlich umbringen.

Was mir hier direkt positiv aufgefallen ist: die authentischen Darsteller, die erst mal wie aus dem Leben gegriffen wirken. Das hat Wheatley schon in KILL LIST verstanden, der sich auch sehr lange Zeit sehr realistisch gibt. Steve Oram ist als Chris eine wahre Offenbarung in Soziopathentum, der schließlich alle Grenzen einreißt. Nicht weniger überzeugend ist Alice Lowe als Tina, die sich schnell von Chris anstecken lässt und ihm in Sachen Mordlust in nichts nachsteht. Musikalisch gewürzt wird die blutige Reise u.a. mit Songs von Soft Cell, Neu!, Popol Vuh und Frankie Goes to Hollywood

Ben Wheatley kann es hart, schräg und lustig, und SIGHTSEERS ist das beste Beispiel dafür. Gute Charaktere, schwarzer Humor und harte Gewalt kann nicht jeder unter einen Hut bringen. 

(Bjoern Candidus)

←The Fishmen and Their Queen, 1995 – ★½
Body Count, 1986 – ★★★→

Kommentare

Schreibe einen Kommentar Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Weitere Beiträge

  • River’s Edge, 1986 – ★★★★

    7. September 2026
  • White Star, 1983 – ★★★★½

    5. September 2026
  • Fortsetzungen

    3. September 2026
  • The Angry Red Planet, 1959 – ★★★

    3. September 2026

Impressum · Datenschutzerklärung · © 2026 Antenne Traumstadt