ZOMBIE 4 – AFTER DEATH
(AFTER DEATH, Italien, 1989, Regie: Claudio Fragasso)
Eine Gruppe Wissenschaftler forscht auf einer Insel nach einem Mittel gegen Krebs, basierend auf Voodoo-Medizin. Dabei stirbt die leukämiekranke Tochter eines Voodoo-Priesters, der daraufhin einen Zombie-Fluch aus der Hölle beschwört. 20 Jahre später hält ein Boot auf der Insel, in dem sich neben ein paar Söldnern, auch ein paar junge Leute befinden, unter anderem Jenny. Jenny ist die Tochter einer Wissenschaftlerin, die einst von Zombies gefressen wurde. Doch vorher konnte sie ihrer Tochter ein Amulett überreichen, dessen Bedeutung Jenny plötzlich bewusst wird.
Wer sich mal wieder vom Sterben der italienischen Filmindustrie der späten 80er-Jahre überzeugen möchte, sollte mal einen Blick in ZOMBIE 4 – AFTER DEATH von Bruno Matteis Buddy Claudio Fragasso werfen. Ein guter Film sei hier definitiv nicht versprochen. Den werbewirksamen ZOMBIE 4-Titel trägt er in diversen Ländern, die ihn zu einer Fortsetzung von ZOMBI 3 (1988) machen, der unter kurzer Regie von Lucio Fulci von Bruno Mattei und Claudio Fragasso fertiggestellt wurde. Eine inhaltliche Verbindung gibt es hier natürlich nicht, dafür eine eigene bescheuerte Story, die mal wieder aus der Feder von Fragassos Ehefrau Rossella Drudi stammt.
Nach der schön kitschigen Voodoo-Fluch-Eröffnung, die die Vorgeschichte der Wissenschaftler erzählt und direkt ein bisschen Gore mit in den Film bringt, feuert Al Festa seinen Heavy Metal – Song „Living After Death“ heraus, der von Maurizio Cerantola gesungen wurde und die Titel-Credits begleitet. Dann bekommt man ein sehr schönes Dschungel-Setting geliefert, was kurz Erinnerungen an das Kannibalen-Kino vergangener Tage erweckt. Die Philippinen bleiben der einzige wirkliche Star des Films, was einem unmittelbar bewusst wird, wenn die Idioten mit ihrem Boot vorfahren. Die drei Assi-Söldner geben zumindest noch ein gutes Bild ab, aber Jenny und ihre Freunde sind die Definition von Talentlosigkeit. Und es kommen noch mehr talentlose Darsteller hinzu, plus sonderbare Zombies, die schnell agieren, springen können und teilweise in der Lage sind zu sprechen. Doch bis es soweit ist verstreicht einige Zeit, die man zumindest mit Al Festas Synthesizer-Score ausgefüllt hat, der gar nicht schlecht ist und manchmal deutlich nach John Carpenter klingt.
Kommt es dann endlich zu Action und Gore, wird AFTER DEATH auch nicht besser. Hier holten mich dann Erinnerungen an den ein Jahr vorher entstandenen ROBO VAMPIRE von Godfrey Ho ein, in dem es hüpfende Vampire gibt, die wie Zombies aussehen. Claudio Fragasso gelingt zwar ein Ansatz von Horror-Atmosphäre zu erzeugen, aber die Figuren und ihr Handeln ersticken alles im Keim.
ZOMBIE 4 – AFTER DEATH ist ein kümmerlicher Zombiefilm, der zumindest noch das Potential hat, partytauglich zu sein.
(Bjoern Candidus)
Schreibe einen Kommentar