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Caligula: The Untold Story, 1982 – ★★★★

Verfasst von

marco-fritz

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Rezensionen

CALIGULA 2 – THE UNTOLD STORY
(CALIGOLA: LA STORIA MAI RACCONTATA, Italien, 1982, Regie: Joe D‘Amato)

Nach dem Tod von Kaiser Tiberius Caesar übernimmt Gaius Caesar Augustus Germanicus, besser bekannt als Caligula (zu Deutsch: Stiefelchen) die Macht des Römischen Reiches. Caligula lebt in Dekadenz und verspürt den ständigen Drang, seine Macht auf drastische Art zu demonstrieren und lässt sogar nach Lust und Laune seine engsten Verbündeten hinrichten. Sex und Ausschweifungen aller Art bringen Freude in seinen Alltag. Als er eines Tages eine Frau vergewaltig und schließlich, samt ihrem Ehemann, tötet, schwört ihre Freundin, Miriam, Rache. Sie kann Caligula mit ihrem Charme verzaubern und gelangt somit in seine Schutzzone. Doch nicht nur Miriam will den sadistischen Herrscher töten, sondern auch die Leute aus seinem engsten Kreis, die sein Verhalten nicht länger dulden wollen. 

Nachdem Tinto Brass mit seinem CALIGULA (1979) weltweit für Aufsehen und Empörung sorgte, sollte es nicht lange dauern, bis der gute Aristide Massaccesi aka Joe D‘Amato seine Antwort dazu lieferte. 

Man sollte sich von den Vorstellungen freimachen, einen ähnlich pompösen Film mit phantastischen Kulissen und berauschenden Farben zu bekommen. Stattdessen liefert D‘Amato einen natürlicheren Anstrich mit Studiokulissen, die nicht aussehen wie der Vorhof zur Hölle. Dass hier viel weniger Geld zur Verfügung stand, zeigen diese Kulissen allerdings auch. Doch das tut der Sache kein Abbruch, denn D‘Amato sorgt für ganz andere Schauwerte. Er hat Sex mit ihr, sie mit ihr, er mit ihm, heißt es hier immer wieder. Wer Hardcore-Sex im Römischen Reich sucht, der wird hier fündig, und im Gegensatz zu Brass und Vadim, wurden hier die Sex-Szenen vom Vater des Film selbst gewünscht. Die Story und das Drehbuch stammt von George Eastman, der leider nicht als Darsteller auftritt. Dafür darf Laura Gemser mal wieder zugegen sein. Sie verkörpert Miriam, die Caligula den Kopf verdreht. Caligula selbst wird von David Brandon verkörpert, der aufgrund seines edlen Aussehens eine hervorragende Figur abgibt. Das exzentrische Schauspiel von Malcolm McDowell wird von Brandon gar nicht erst kopiert. An seiner Seite ist Charles Borromel als Petreius, während Gabriele Tinti in die Rolle von Marcellus Agrippa schlüpft. Und dann ist da noch ein junger Michele Soavi als Domitius, dem Caligula die Arm- und Beinmuskel durchtrennen lässt, damit er bewegungsunfähig wird und nur noch als Lustsklave dienen soll. Eine ziemlich üble Idee, und davon gibt es einige. Die Mastrubation eines Pferdepenis durch eine junge Frau, die zum Dank von dem Hengst (im Off) bestiegen wird, wird sicherlich nicht jedem gefallen, was auch auf die Analpenetration von Agrippa mittels Metallstange zutreffen könnte. Sex, Gewalt und gute Laune sind einem in CALIGULA 2 – THE UNTOLD STORY gewiss. 

Für die Fotografie hat D‘Amato ebenfalls wieder selbst gesorgt und einige richtig schöne Impressionen festgehalten. Die Kostüme und die gesamte Ausstattung ist ordentlich, dazu liefert Carlo Maria Cordio einen schönen Score. 

In über 2 Stunden liefert CALIGULA 2 – THE UNTOLD STORY den Größenwahn eines Herrschers, der sich selbst für einen Gott hält, ausschweifende Sexpartys feiert und sich sadistischen Morden hingibt oder sie ausführen lässt. Ein starker D‘Amato. 

(Bjoern Candidus)

←Mark of the Devil Part II, 1973 – ★★★½
Flavia the Heretic, 1974 – ★★★★½→

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