OASE DER ZOMBIES
(LA TUMBA DE LOS MUERTOS VIVIENTES, Frankreich, Spanien, 1983, Regie: Jess Franco)
Nach der Ermordung des Ex-Offiziers Captain Blabert, der im Besitz einer Landkarte war, die zu verstecktem Gold in einer Oase führt, reist sein Sohn Robert mit seinen Freunden nach Nordafrika, um den Schatz zu bergen. Aber auch der Mörder von Blabert, Kurt Meitzell, der nun im Besitz der Fundortkarte ist, macht sich auf die Suche nach dem Gold, was einst von Nazis gestohlen wurde. Doch der Schatz wird von untoten Nazis bewacht.
OASE DER ZOMBIES aus der französischen Filmklitsche Eurociné ist vermutlich kein Film, der einen Jess Franco-Nicht-Fan zu einem Jess Franco-Fan machen wird. Die Wahrscheinlichkeit, sich nach dem Film für avantgardistische Klangkunst zu interessieren, steigt höchstwahrscheinlich auch nicht. Dass der mal nervtötende, mal hypnotische Score von Daniel White (und/oder Jess Franco) unter dem Strich noch das Beste ist, was hier auf einen wartet, soll nicht verschwiegen werden. Inwieweit sich der Score von der spanischen Fassung zur französischen, bzw. internationalen unterscheidet, kann ich nicht sagen, er tut es aber.
Eröffnet wird die OASE DER ZOMBIES von zwei Damen, die eine sportlich, die andere tut so, die ihre Hintern in engen Hotpants durch die Wüste schwingen und in einer Oase aus Dattelpalmen landen. Nachdem sie auf ein paar Blechteile stoßen, von denen eins sehr offensichtlich mit einem Hakenkreuz markiert wurde, wartet auch schon das Grauen auf sie. Die Oase wird nämlich von Nazi-Zombies bewacht, die kein Interesse daran haben, dass man ihnen ihr Gold stiehlt, was sie bereits in einer Schlacht verteidigen mussten, die man im späteren Verlauf in ziemlich stümperhaften Rückblicken erleben darf. Nach dem Auftakt geht es nicht besser weiter.
Franco hat viele Darsteller zusammengekratzt, die komplett talentfrei sind und manchmal fast verstörend schlechte Darbietungen liefern. Auf bekannte Franco-Gesichter muss man fast verzichten. Lediglich Antonio Mayans ist in allen Fassungen zu sehen, während Lina Romay und Eduardo Fajardo nur in der spanischen auftauchen.
Das totale Anti-Highlight ist die Ermordung von Captain Blabert, der mittels Gift getötet wird, welches in einer Kugelschreibermine versteckt ist und durch schnelles Rein- und Rausdrücken der Mine in die gewünschte Blutbahn gelangt. Dagegen wirkt die Rückkehr von Kurt Meitzell, nachdem ihn die Zombies angefallen haben, fast überzeugend. Das Untoten-Gelumpe, was einem hier entgegenkommt, ist teilweise sogar recht gelungen. Das Make-up erinnert zwar an Hautpeeling-Masken, die statt 10 Minuten 10 Tage auf der Haut gelassen wurden, aber das bringt einen gewissen Reiz mit. Dennoch sind sie zu kümmerlich, um als Gefahr zu überzeugen.
Die dämliche Story von OASE DER ZOMBIES sei gnädig verziehen, denn mit dämlichen Storys lebt man als Horror-Fan sehr gut, aber alles andere, was einem hier begegnet, lädt lediglich zum Kopfschütteln ein. Das ist wirklich ein schlechter Franco.
(Bjoern Candidus)
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