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Dead End Drive-In, 1986 – ★★★½

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

CRABS …DIE ZUKUNFT SIND WIR
(DEAD-END DRIVE-IN , Australien, 1986, Regie: Brian Trenchard-Smith)

1990, Australien ist aus den Fugen geraten. Wirtschaftskrisen und Katastrophen machen sich breit, und die Straßen und Siedlungen Australiens werden von den Carboys, Banden, die mit ihren Autos herumfahren, terrorisiert. Doch die Regierung hat unlängst ein geheimes ghettoartiges Gefängnis errichtet, was als Autokino getarnt ist. Hier fährt man rein, aber nicht mehr heraus. Das unwissende Pärchen Crabs und Carmen fallen darauf rein und sind plötzlich gefangen in einer Welt aus jugendlichen Punks, Autonarren und Schlägern, die mit Drogen, Fast Food und Kinofilmen bei Laune gehalten werden. Doch das Pärchen hat nicht vor, dort zu bleiben. Crabs setzt sich zur Wehr. 

Brian Trenchard-Smith, (DIE BMX BANDE, 1983) hat mit CRABS …DIE ZUKUNFT SIND WIR einen bunten Endzeit-Actionfilm gezimmert, der auch das ein oder andere kritische Tönchen erklingen lässt.

Es ist schon beachtlich, wie viele Darsteller und Statisten Trenchard-Smith hier in coolen Klamotten aus Lack, Leder, Jeans und Nylon aufgefahren hat, um die Jugendkultur der 80er-Jahre zu präsentieren. Schräge Frisuren, Nieten, Ketten werden zur Schau gestellt und erinnern natürlich an den gesamten Endzeitkino-Katalog, der vor allem mit MAD MAX 2 (1981) und den vielen italienischen Rip-Offs geöffnet wurde. Doch CRABS sieht besser aus als viele ähnlich gelagerte Filme, und statt den obligatorischen Wüsten und Steinbrüchen ist es hier das riesige Grundstück eines Autokinos, was zu einem Gefängnis umfunktioniert wurde. Eine recht originelle Idee, über die man aber vielleicht nicht zu lange nachdenken sollte. In ähnlicher Form kennt man das Konstrukt aus DIE KLAPPERSCHLANGE (1984). Die Filme, die dort auf der großen Leinwand laufen, um für Stimmung zu sorgen, stammen natürlich aus dem Werk von Brian Trenchard-Smith und werden hier in Form von Ausschnitten immer wieder gezeigt. 

Die Inszenierung ist sehr anständig fotografiert, nie langweilig, sehr actionbetont und gespickt mit kruden Charakteren. Ziemlich bizarr wird es, wenn ein Gefangentransport voller Asiaten eintrifft und die Punks ihre rassistische Seite auspacken. Darstellerisch sollte man nicht zu viel erwarten, aber Ned Manning hat mir als sportbegeisterter Jimmy ‚Crabs‘ Rossini gut gefallen. Alternativ wäre das auch eine super Rolle für Nicolas Cage gewesen. Gelungen sind auch die musikalischen Einsätze, die neben einem Score von Frank Strangio einige New Wave, Punk und Pop-Songs beinhalten. 

CRABS …DIE ZUKUNFT SIND WIR ist ein sehr unterhaltsamer Vertreter des endzeitlichen Actionkinos der 80er-Jahre. 

(Bjoern Candidus)

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