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Prison, 1987 – ★★★

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

PRISON
(USA, 1987, Renny Harlin) 

Ein längst geschlossenes und verwahrlostes Gefängnis wird wiederbelebt und erneut unter die Führung von Direktor Sharpe gestellt. Die Justizvollzugsbeamtin Katherine Walker ist von der neuen alten Einrichtung gar nicht angetan und ebenso ist ihr Sharpe ein Dorn im Auge, denn der lässt seinen Hass allzu gern an den Gefangenen aus. Als Burke und ein weiterer Häftling bei einem Arbeitseinsatz die Hinrichtungszelle öffnen, setzen sie eine böse Macht frei. 

Renny Harlin hat mit PRISON zwei beliebte Themenbereiche zusammengelegt und einen Gefängnis-Geister-Horrorfilm gedreht, was in der Kombination relativ selten ist. Rein visuell sieht die Produktion von Charles Band und Irwin Yablans qualitativ aus und kann sich mit ähnlich gelagerten Filmen jener Tage messen.

PRISON startet mit einer beklemmenden Eröffnungszene in einem Gefängnis, in dem gerade ein elektrischer Stuhl besetzt wird. Mit wem, sieht man nicht, und wenn, dann aus der Ego-Perspektive der verurteilten Person. Nach den Credits setzt sich die klaustrophobische Atmosphäre, die das verrottete Gefängnis ausstrahlt, fort und bleibt kontinuierlich erhalten. Harlin hat ein Auge für Bildgestaltung, was er ein Jahr später in NIGHTMARE ON ELM STREET 4 (1988) erneut unter Beweis stellte. 

Wenn der Geist, der hinter den alten Gefängnismauern lauert, seiner Rache frönt, wird es blutig. Lässt Clive Barker im gleichen Jahr in HELLRAISER Menschen durch Ketten mit Haken zerreißen, rollt der Rachegeist hier Stacheldrähte aus, um Körper zu verwursten. Stacheldrähte mit mörderischem Eigenleben ist eine feine Idee, die Jahre später erneut in dem Kriegs-Horrorfilm DEATHWATCH (2002) aufgegriffen wurde. PRISON lässt es nicht oft, aber wenn ordentlich bluten und liefert im Finale eine coole Masken-Arbeit ab, die leider viel zu schnell verpufft. 

Die dichte Atmosphäre, die Action-Szenen und die gelungenen Effekte können allerdings nicht über die klischeedurchtränkten Figuren hinwegtäuschen, die mir vor allem in der ersten Hälfte auf die Nerven gegangen sind. Chelsea Field war noch nie das Beste an den Filmen, in denen sie mitgespielt hat, und hier als Justizvollzugsbeamtin Katherine Walker ist sie es auch nicht. Lane Smith bringt als Gefängnisdirektor Ethan Sharpe alle Klischees mit, kann mit diesen aber immerhin halbwegs überzeugen. Der damals noch ziemlich unbekannte Viggo Mortensen ist als Burke nett anzuschauen, aber das war es auch schon. Ansonsten gibt es zahlreiche Aufseher und Knasties, die einem schon in hunderten anderen Filmen begegnet sind und mir lediglich ein müdes Augenrollen entlocken konnten. 

PRISON hat viele gute Seiten, aber er wartet mit Längen auf, die mit öden Figuren beseelt werden, die den Gesamteindruck etwas nach unten schrauben.  

(Bjoern Candidus)

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