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Mississippi Burning, 1988 – ★★★★½

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

MISSISSIPPI BURNING – DIE WURZEL DES HASSES
(MISSISSIPPI BURNING, USA, 1988, Regie: Alan Parker)

Die beiden FBI-Agenten Anderson und Ward werden nach Jessup County, Mississippi gerufen. Dort sollen sie das Verschwinden von zwei jüdischen Bürgerrechtlern und einem jungen dunkelhäutigen Mann aufklären. Schnell wird ihnen klar, dass sie in einem Sumpf von Rassisten gelandet sind, der die dunkelhäutige Landbevölkerung mit allen Mitteln tyrannisiert. Als sie das ausgebrannte Auto der verschwundenen Männer finden, verdichtet sich der Verdacht, dass sie getötet wurden. 

Alan Parker führt einen mit MISSISSIPPI BURNING in die USA der 1960er-Jahre zu einer Zeit, in der die Segregation (Rassentrennung) in den südlichen Bundesstaaten noch allgegenwärtig war. Die erste Szene verdeutlicht die rassistische Haltung, in dem man zwei unterschiedliche Waschbecken zeigt, die auf weiße und dunkelhäutige Menschen eingeteilt wurden. Später gibt es eine Szene, in der ein Diner in zwei Teile gespalten wird. Parker lässt keine Zeit verstreichen, um das Thema Rassismus auf den Punkt zu bringen und startet direkt in eine Menschenjagd rein, in der zwei jüdische Bürgerrechtler und ein dunkelhäutiger Mann von Weißen erschossen werden. 

Wie in Parkers ANGEL HEART (1987) herrscht auch hier wieder eine dichte Atmosphäre vor, die mich nicht eine Sekunde losgelassen hat. Die finsteren Bilder werden durchzogen von spärlichem Licht oder dem Flackern des nächsten Feuers, was für die dunkelhäutige Gemeinde bestimmt ist. In Jessup County wütet der Teufel in Form von rassistischen Mördern und feigem Pack, was wegschaut und jeglicher Veränderung im Weg steht. Menschen werden unterdrückt, geschlagen, ihre Existenz wird zerstört und wenn sie den Mund aufmachen, laufen sie Gefahr, getötet zu werden. Und in dieser Hölle tauchen Gene Hackman und Willem Dafoe als FBI-Agenten Anderson und Ward auf, die hier alles aufmischen. Hackman beweist erneut sein unglaubliches Charisma, und es ist immer wieder toll, wenn er aus dem Ruhemodus erwacht, um seine Agenda mit aller Kraft durchzuziehen. Nicht weniger großartig ist Willem Dafoe als der Überlegterer. Das Amis gut Rassisten spielen können, haben sie oft bewiesen, und so fährt man hier mit Brad Dourif, Gailard Sartain, R. Lee Ermey und Michael Rooker nahezu perfekt. Die weibliche Seite bekleidet Frances McDormand, die ihr rassistisches Umfeld längst satt hat, aber dennoch in ihm verweilt.

Parker gelingt der Spagat zwischen Rassismus-Drama und FBI-Thriller. MISSISSIPPI BURNING findet damit Platz in einer Liste von Filmen wie WEISSER TERROR (1962) und IN DER HITZE DER NACHT (1967). Insgesamt sticht der Thriller-Part dominanter hervor als das politische Drama. Der Kampf „Gut gegen Böse“ ist klar gezeichnet, die abstoßenden Mechanismen der Rassisten erklären sich beim hingucken von allein. 

Da das Thema Rassismus weiter großen Bestand hat, ist MISSISSIPPI BURNING auch nach Jahrzehnten von inhaltlicher Relevanz. Aber auch rein visuell ist Parkers Film immer noch frisch und enorm spannend inszeniert. Abgerundet wird das Ganze von Trevor Jones Score, der die düsteren Bilder wunderbar begleitet. 

(Bjoern Candidus)

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