MAYA
(Italien, 1989, Regie: Marcello Avallone)
Ein Forscher erweckt im mexikanischen Dschungel versehentlich die finsteren Mächte eines Rachegeistes und wird von diesem getötet. Lisa, die Tochter des Forschers, macht sich auf nach Mexiko, um nach der Ursache für den Tod ihres Vaters zu suchen. Als sie vor Ort Peter kennenlernt, breitet sich der erweckte Schrecken langsam aus und fordert immer mehr Opfer.
Nach einer recht vielversprechenden Eröffnungsszene, in der ein alter Mann einem Jungen die Geschichte über einen Geist erzählt, der Rache nehmen will, geht es recht ordentlich weiter mit William Berger, der sich als Forscher im Dschungel herumtreibt und wenig später jenen Rachegeist entfesselt, vor dem eben die Rede war. Hier nimmt sich Regisseur Marcello Avallone allerdings schon alle Zeit der Welt, was anfänglich okay ist, sich aber auf lange Sicht, wie bereits beim Vorgänger SPECTERS (1987), zum Nachteil entwickelt. Im besten Fall lernt man aus seinen Fehlern, aber Avallone hatte vermutlich zwischen beiden Produktionen keine Zeit dafür. Das ist sehr schade, denn wie SPECTERS sieht auch MAYA hervorragend aus, vor allem wenn man bedenkt, dass es sich um eine italienische Produktion von Ende 80er-Jahre handelt.
Gedreht wurde in Venezuela, wo man eine 20 Meter hohe Maya-Pyramide errichtet hat, da man in Mexiko keine Drehgenehmigungen bekommen hätte. Die Pyramide sieht wirklich gut aus und passt sich dem Dschungel von Venezuela an. Auch das Strand-Setting mit Bars und den Einblicken in die Kultur des Landes, entfesseln eine ordentliche Atmosphäre. Der Schauplatz ist im Genre selten anzutreffen, und das Folk-Horror-Motiv um einen Rachegeist ist durchaus interessant, wenn auch wenig originell. Doch das Hauptproblem ist das Schneckentempo, mit der sich Avallones Inszenierung bewegt. Es wird geredet und geredet oder man hat minutenlang Sex. Die eine Hälfte der Figuren langweilt einen, die andere nervt einen, und William Berger als einziges Licht, scheidet nach 10 Minuten aus. Damit man nicht einschläft, streut Avallone ein paar ordentliche Gore-Effekte, die einem u.a. eine Frau, die mit Haken unter die Decke gezogen wird und einen Mann, der oral gepfählt wird, zeigen. Im Gore-Bereich liefert MAYA auf jeden Fall mehr Schauwerte als SPECTERS.
MAYA besticht durch schöne Landschaftsaufnahmen und ein paar gelungene Effekte, doch insgesamt ist Avallones Film ein Pool der Ödnis. Neben den ätzenden Figuren ist es auch der billige Score von Gabriele Ducros, der mir den Rest gegeben hat.
(Bjoern Candidus)
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