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Delirium, 1972 – ★★★

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

DAS GRAUEN KOMMT NACHTS
(DELIRIO CALDO, Italien, 1972, Regie: Renato Polselli)

Der Psychiater Dr. Herbert Lyutak leidet an Potenzproblemen, die ihn dazu bringen, eine Frau zu töten, die er vorher gewaltsam zum Sex zwingen wollte. Sein schlechtes Gewissen treibt ihn immer mehr in den Wahnsinn. Dann beschließt er, seiner Frau Marcia die Tat zu gestehen. Während die Polizei die Ermittlung aufnimmt, geschehen weitere Morde. 

DAS GRAUEN KOMMT NACHTS darf sich seines Platzes in der Top 10 der schmierigsten und irrsinnigsten Gialli gewiss sein, und es ist nicht nur Mickey Hargitay als Herbert Lyutak, der an einer Tour den Vogel abschießt. Selten sind mir so viele Figuren begegnet, die derart schlecht agieren oder einfach nur dumm ins Leere Blicken wie hier. Hargitay wirkt als Psychiater komplett fern von der Welt. Es gibt Momente, wo man glaubt, Hargitay hätte wirklich den Verstand verloren, nicht nur die Rolle, die er spielt. Gleiches gilt auch für viele der anderen Damen und Herren, die sich mit schauspielerischem Talent alles andere als hervortun. Da ist z.B. der Überfall auf eine Dame in einer Telefonzelle, bei dem man das Gefühl hat, sie spielt in Zeitlupe. Doch nichts ist so verstrahlt wie die Dialoge, die vor allem in der deutschen Synchronisation so klingen, als als hätte man sie in der Psychatrie aufgenommen, was natürlich auch zum Thema passt.

Renato Polselli räumt Mickey Hargitay viel Spielzeit ein, damit er genug Zeit hat, um am Rad zu drehen, um den Zuschauer nicht immer nur einzuschläfern, wenn die Polizei nebenher ermittelt. Zwischendurch darf man sich auf ein wenig Blut und nackte Frauen in Ketten im Folterkeller freuen, die allerdings längst nicht so interessant sind wie die krude Geschichte, die zumindest ein wildes Finale parat hält. Zu all dem pendelt Gianfranco Reverberis Score zwischen passend und unpassend hin und her. 

Statt Spannung und ästhetisch schöne Bilder bekommt man mit DAS GRAUEN KOMMT NACHTS einen unfreiwillig komischen, schmierigen Giallo mit idiotischen Figuren geliefert, der einen abwechselnd erheitert oder müde macht. 

Und wer von dem Irrsinn nicht genug bekommen kann, sollte sich die Alternativ-Fassungen angucken. 

(Bjoern Candidus)

←113. Wenn der Klempner kommt (1979)
The Giant Spider Invasion, 1975 – ★★½→

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