MADMAN
(USA, 1981, Regie: Joe Giannone)
Für eine Gruppe junger Betreuer soll es die letzte Nacht im Feriencamp werden. Doch für viele wird es die letzte Nacht ihres Lebens, denn einer von ihnen erweckt eine alte Legende zum Leben, in er ihren Namen ruft: Madman Marz.
Ganz unverblümt springt Regisseur Joe Giannone mit MADMAN auf den Slasher-Zug auf, kombiniert ihn mit dem Backwood-Horror und kredenzt einen Mix aus FREITAG DER 13. (1980) und VOR MORGENGRAUEN (1981).
Die Stärke von MADMAN ist nicht in der abgedroschenen Story zu finden, sondern in der dichten Atmosphäre. Die ganze Handlung spielt nur in einer Nacht, sieht man von kleinen Momenten ab. Die Finsternis liegt über den Bäumen, und das Zirpen der Zikaden und der heulende Wind sorgen für eine unheimliche Atmosphäre. Die Kameraarbeit ist zu loben, die Giannones Film wirklich gut aussehen lässt. Auch die überschaubaren Gore-Szenen, wie das Aufreißen einer Kehle oder das Aufspießen eines Körpers, sind solide gemacht.
Madman Marz selbst sieht man lange Zeit nicht in Gänze, aber man spürt seine Anwesenheit permanent. Wenn er sich dann zeigt, hat man es mit einem stämmigen alten Griesgram mit Rauschebart und grauer Mähne zu tun, der aufgrund seines degenerierten Verhaltens durchaus eine gewisse Wirkung mitbringt. Wie in vielen ähnlich gelagerten Produktionen sind es die Darsteller, die nicht das größte Talent mitbringen, und MADMAN bildet da keine Ausnahme. Aber man ist hier im Slasher-Kino, und da dienen die Darsteller in der Regel ohnehin nur als Kanonenfutter. Was mir etwas aufgestoßen ist, ist der billige Score, der klingt als hätte man Madman Marz selbst die Tasten überlassen.
Trotz dezent humorvoller Momente, verfehlt MADMAN nur selten seinen düsteren Ton und dürfte Slasher- und Backwood-Freunde weitestgehend zufrieden stellend.
(Bjoern Candidus)
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